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Ab jetzt gelten auch in Rheinland-Pfalz strengere Corona-Regeln. Für Ungeimpfte kommen die neuen Regeln einem Lockdown gleich.

Bund und Länder haben strengere Corona-Regeln für die vierte Welle beschlossen. In Rheinland-Pfalz gelten diese ab jetzt. Das heißt: nur noch Geimpfte und Genesene haben Zutritt zum Handel. Ungeimpfte können nur noch in Läden für die Grundbedürfnisse wie Supermärkte.

Für Ungeimpfte kommen die neuen Regeln außerdem mehr oder weniger einem Lockdown gleich – sie müssen ihre Kontakte auf ein Minimum reduzieren und dürfen fast nirgendwo mehr rein.

Die neuen Pläne im Einzelnen:

  • Wer nicht geimpft oder genesen ist, darf sich in Rheinland-Pfalz dann nur noch mit den eigenen Haushaltsmitgliedern und zwei weiteren Personen treffen (für Minderjährige gibt es Ausnahmen).
  • Weihnachtsmärkte bleiben geöffnet – es gilt aber 2G und die Maskenpflicht.
  • In Innenbereichen, in denen keine Maske getragen werden kann, gilt 2G-Plus – zum Beispiel im Fitnessstudio, im Kino oder im Restaurant.
  • Draußen und wenn drinnen immer eine Maske getragen werden kann, gilt 2G.
  • Für Kinder ab 12 Jahren gilt weiterhin 3G, Kinder unter 12 gelten weiter als geimpft.
  • Für Gottesdienste in geschlossenen Räumen bleibt es bei der 3G-Regelung mit Abstandsgebot und Maskenpflicht

Aber: Testpflicht für Geboosterte entfällt

Die Testpflicht für Menschen, die bereits eine Auffrischungsimpfung gegen Corona erhalten haben, entfällt allerdings:

Wir haben im Kabinett noch einmal intensiv beraten und
entschieden, dass Menschen mit bereits erfolgter Auffrischungsimpfung
von der Testpflicht der 2G-Plus-Regelung ausgenommen sind.

Die Auffrischungsimpfung erhöhe den Impfschutz enorm. „Sie brauchen dann deshalb beispielsweise für ihren Besuch in einem Restaurant oder beim Betreten eines Fitnessstudios keinen weiteren Test mehr.“

RLP

Seit Samstag 2G-Plus in vielen Bereichen Keine Testpflicht für Geboosterte in Rheinland-Pfalz

Seit Samstag gilt in Rheinland-Pfalz die 2G-Plus-Regel für Innenräume, in denen keine Maske getragen werden kann. Wer allerdings bereits eine Booster-Impfung erhalten hat, braucht keinen zusätzlichen Test mehr.  mehr...

SWR Aktuell Rheinland-Pfalz SWR Fernsehen RP

Großveranstaltungen: Rheinland-Pfalz strenger als Bund

Bei Großveranstaltungen will Rheinland-Pfalz laut Dreyer strenger sein als von der Bund-Länder-Runde festgelegt. Bei Veranstaltungen im Freien dürfen maximal zwischen 30 und 50 Prozent der Plätze besetzt werden – maximal aber 10.000 Plätze. Drinnen dürfen maximal 5.000 Besucher zusammenkommen.

Auch der Verkauf von Böllern und Feuerwerk zu Silvester wird in Rheinland-Pfalz in diesem Jahr – wie schon im vergangenen – verboten sein. Die betroffenen Firmen sollen Wirtschaftshilfen bekommen, um das Verlustgeschäft zu kompensieren.

Rheinland-Pfalz will bei Impfungen noch eine Schippe drauflegen

Bei den Impfungen will die rheinland-pfälzische Landesregierung nochmal Gas geben. Bis Jahresende sollen mehr als eine Million Rheinland-Pfälzer eine Corona-Impfung bekommen: „Dabei geht es um Erst-, Zweit- und Boosterimpfungen“, sagte Ministerpräsidentin Dreyer.

Ganz wichtig seien dabei auch die Impfungen für Kinder von fünf bis elf Jahren. „Das Impfen ist ein Schlüssel zur Überwindung der Pandemie.“ Mehr als drei Millionen Rheinland-Pfälzer sind laut dem RKI-Impfdashboard schon mindestens einmal geimpft worden. Auf der anderen Seite stehen aber noch etwa 750.000 Menschen ab zwölf Jahren in Rheinland-Pfalz, die noch nicht geimpft sind.

Schon große Einschränkungen für Ungeimpfte in RLP

Für Ungeimpfte gelten schon länger größere Einschränkungen in Rheinland-Pfalz. Mit der letzten Corona-Verordnung sind viele Auflagen für Ungeimpfte gekommen, die nach wie vor gültig sind.

  • In Geschäften gibt es weiter keine Testpflicht. Nur Masken müssen getragen werden.
  • In Restaurants, Bars und Veranstaltungen im Innenbereich gilt 2G+: Nur diejenigen haben Zugang, die geimpft oder genesen sind. Sie brauchen aber zusätzlich noch einen Test.
  • Am Arbeitsplatz gilt, wie im gesamten Bundesgebiet: Wer mit Menschen in Kontakt kommt, muss geimpft oder genesen sein – oder sich testen lassen und zwar täglich. Arbeitnehmer müssen dann einen Nachweis vorlegen. Und die Arbeitgeber sind verpflichtet, das alles zu kontrollieren.
  • Wer „Büroarbeiten oder vergleichbare Tätigkeiten“ verrichtet, dem muss Homeoffice ermöglicht werden – es sei denn, es geht aus betrieblichen oder privaten Gründen nicht.
  • In Bussen und Bahnen gilt 3G. Die Verkehrsbetriebe sollen stichprobenartig kontrollieren. Wie beim Schwarzfahren sollen Bußgelder drohen. Ausgenommen sind Kinder und Schüler im Schulbus.
  • In Pflege- und Altenheimen sowie in Behinderten- und Gesundheitseinrichtungen gilt eine Testpflicht für Besucherinnen und Besucher sowie für das Personal.

Maskenpflicht, wenn Abstände nicht eingehalten werden können

Ab sofort gilt die Maskenpflicht laut Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) auch wieder, wenn Abstände nicht eingehalten werden können. Und zwar drinnen wie draußen. Das heißt also auch auf Weihnachtsmärkten. An weiterführenden Schulen gilt die Maskenpflicht am Platz.

Ausnahmen gibt es für Kinder und Jugendliche

Bis einschließlich 12 Jahren gelten Kinder und Jugendliche in Rheinland-Pfalz automatisch als geimpft oder genesen. So soll ihnen die gesellschaftliche Teilnahme weiter ermöglicht werden. Für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren gilt 3G.

Das heißt, dass zu den obligatorischen zwei Tests pro Woche in der Schule noch ein dritter aktueller Test dazukommt. Dabei darf es sich auch um einen Selbsttest handeln. Den Test braucht es beispielsweise für die Teilnahme im Sportverein oder Musikschulen.

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