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Vanessa Valkovic (Foto: SWR3)

In welcher Impfgruppe bin ich? Wann kann ich einen Impftermin ausmachen? Hier erfahrt ihr, wie es aktuell in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz aussieht.

Wann sich wer in Deutschland gegen das Coronavirus impfen kann, ist in einer Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums festgelegt. Es gibt vier Gruppen – wer in welcher Gruppe landet hängt von Alter, Vorerkrankungen und Beruf ab. Der Impfstart verlief in Deutschland schleppend. Die Impfzentren sind seit Jahresbeginn bereit, inzwischen dürfen auch die Arztpraxen impfen. Doch viele Ärzte beklagen, dass sie zu wenig Impfstoff haben.

Die Priorisierung, wer zuerst geimpft werden soll, orientiert sich an der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut (RKI).

Zu welcher Impfgruppe gehöre ich?

Impfgruppe 1 „Höchste Priorität“: Altenheime und Personal auf Intensivstationen

Personen, die...

  • ...über 80 Jahre alt sind
  • ...in Einrichtungen für ältere oder pflegebedürftige Menschen arbeiten, oder dort „behandelt, betreut oder gepflegt“ werden, zum Beispiel Altenheime
  • ...durch ihre Arbeit im ambulanten Pflegedienst regelmäßig Kontakt zu älteren oder pflegebedürftigen Menschen haben
  • ...in Bereichen medizinischer Einrichtungen tätig sind, bei dem sie einem hohen Risiko im Zusammenhang mit dem Coronavirus ausgesetzt sind, zum Beispiel auf Intensivstationen oder im Rettungsdienst
  • in medizinischen Einrichtungen arbeiten, in denen Patientinnen oder Patienten nach der Infektion mit dem Coronavirus ein hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Verlauf haben, zum Beispiel in der Transplantationsmedizin

Detaillierte Informationen zur Impfgruppe mit der höchsten Priorität gibt es hier.

Impfgruppe 2 „Hohe Priorität“: Grundschullehrer und Polizei

Personen, die...

  • ...über 70 Jahre alt sind
  • ...die nach einer Infektion mit dem Coronavirus ein hohes oder sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Verlauf haben, zum Beispiel Trisomie 21, Demenz oder geistige Behinderung oder nach einer Organtransplantation oder mit schweren psychiatrischen Erkrankungen, zum Beispiel einer schwere Depression, schwer Lungenkranke (zum Beispiel COPD), mit Muskeldystrophien, mit schwerer Diabetes, Krebs-, Leber- oder Nierenerkrankungen, Personen mit einem Body-Mass-Index über 40, Personen mit schweren Conterganschäden oder bei denen nach ärztlicher Beurteilung ein individuelles, besonders hohes Risiko durch eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt wurde
  • ...enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen oder Schwangeren sind, also zum Beispiel auch werdende Väter
  • ...in stationären Einrichtungen oder ambulanten Pflegediensten mit geistig behinderten Menschen arbeiten
  • ...in Bereichen medizinischer Einrichtungen tätig sind, bei dem sie einem hohen oder erhöhten Risiko im Zusammenhang mit dem Coronavirus ausgesetzt sind, also zum Beispiel Ärzte und Pflegekräfte
  • ...bei der Polizei oder als Ordnungskräfte arbeiten und die bei ihrer Tätigkeit einem besonders hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, zum Beispiel bei bei Demonstrationen
  • ...im öffentlichen Gesundheitsdienst arbeiten oder für die Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur wichtig sind
  • ...in Flüchtlings- oder Obdachlosenunterkünften untergebracht sind oder dort arbeiten

Bund und Länder haben sich darauf verständigt, dass Erzieher und Lehrer in Grund- und Sonder-, und Förderschulen sich schon früher gegen das Coronavirus impfen lassen können. Sie wurden deshalb statt in Impfgruppe 3 in Impfgruppe 2 eingestuft.

Detaillierte Informationen zur Impfgruppe mit hoher Priorität gibt es hier.

Neue Impfreihenfolge Frühere Impfungen für Grundschullehrer und Kita-Personal

Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen sowie Erzieherinnen und Erzieher in Kitas sollen sich früher gegen das Coronavirus impfen lassen können. Darauf haben sich Bund und Länder auf der Gesundheitsministerkonferenz verständigt.  mehr...

Impfgruppe 3 „Erhöhte Priorität“: Vorerkrankungen und Supermarktpersonal

Personen, die...

  • ...über 60 Jahre alt sind
  • ....aufgrund ihrer gesundheitlichen Verfassung nach einer Infektion mit dem Coronavirus ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Verlauf haben. Dazu gehören unter anderem Personen mit Übergewicht (Body-Mass-Index über 30), Krebserkrankungen, Immundefizienz oder HIV-Infektion, Autoimmunerkrankungen, rheumatologische Erkrankungen, Herzinsuffizienz, Arrhythmie, Schlaganfall, Asthma, chronisch entzündliche Darmerkrankung oder Diabetes
  • ...in besonders relevanten Positionen in staatlichen Einrichtungen arbeiten, zum Beispiel in Verfassungsorganen, Regierungen oder Verwaltungen
  • ...in besonders relevanten Positionen in Unternehmen der Kritischen Infrastruktur arbeiten, zum Beispiel Pharma- oder Ernährungswirtschaft
  • ...in Bereichen medizinischer Einrichtungen tätig sind, bei dem sie einem niedrigen Risiko im Zusammenhang mit dem Coronavirus ausgesetzt sind, zum Beispiel Personal, was keinen direkten Kontakt zu Patientinnen und Patienten hat
  • ...im Lebensmitteleinzelhandel arbeiten
  • ...prekäre Arbeits- oder Lebensbedingungen haben

Detaillierte Informationen zur Impfgruppe mit erhöhter Priorität gibt es hier.

Impfgruppe 4: Gesunde Personen unter 60

Der „Rest“ wird in Gruppe 4 geimpft – also gesunde Personen unter 60 Jahren.

Wann werde ich in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gegen Corona geimpft?

Bisher wurden in Deutschland rund 19 Millionen Dosen verimpft (Stand: 13.04.21). Etwa 5 Millionen Menschen haben bereits die für den vollen Impfschutz notwendige Zweitimpfung. Das sind rund 6 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Nach jetzigem Kenntnisstand und wenn noch weitere Impfstoffe zugelassen werden, gehen wir davon aus, dass im Sommer jedem in Deutschland ein Impfangebot gemacht werden kann.

Bundesgesundheitsministerium

Immer wieder hatte die Bundesregierung betont, dass alle Deutschen bis Ende September ein Impfangebot bekommen sollen. Dieses Versprechen hat Gesundheitsminister Spahn auch Anfang April nach der Diskussion um mögliche Nebenwirkungen des Impfstoffs von Astrazeneca wiederholt. Seither wird das Mittel in der Regel nur noch an über 60-Jährige verimpft.

Wie sich der verzögerte Impfstart mit dem Mittel von Johnson und Johnson auf den Impfplan auswirken wird, ist aber noch unklar. Mitte April hatte der US-Konzern entschieden, erst einmal keinen Impfstoff nach Europa auszuliefern. Denn auch dieser Impfstoff steht im Verdacht, in seltenen Fällen Thrombosen auszulösen. In den USA werden derzeit sechs Thrombose-Fälle untersucht.

Die jeweils erste Zahl bei den einzelnen Bundesländern gibt die Menschen an, die geimpft wurden, die zweite Zahl zeigt, wie viele davon den vollen Impfschutz erhalten haben.

Baden-Württemberg: Wann wird welche Gruppe geimpft?

Bislang werden in Baden-Württemberg nur Menschen aus den Prioritätsgruppen 1 und 2 geimpft. Ab dem 19. April können allerdings alle Menschen über 60 einen Impftermin ausmachen, auch wenn sie nicht Teil der Gruppen 1 und 2 sind.

Wir können aufgrund der Situation, dass es jetzt mehr Impfstoff gibt, bei uns und auch natürlich bei den Hausärztinnen und Hausärzten, ab nächster Woche auch den über 60-Jährigen ein Impfangebot machen.

Mandfred Lucha, Gesundheitsminister Baden-Württemberg

Die über 60-Jährigen können sich den Impfstoff allerdings nicht aussuchen. Es gehe vor allem um Impfungen mit Astrazeneca. Im Einzelfall sei aber nicht auszuschließen, dass auch mit Biontech oder Moderna geimpft werde, so das Gesundheitsministerium.

Wegen der Neuerung ruft das Sozialministerium jetzt alle über 70-Jährigen dazu auf, in den kommenden Tagen Impftermine zu buchen. „Durch die weitere Öffnung ab Montag ist wieder mit einem starken Andrang über die Website und bei der Hotline zu rechnen“, so Gesundheitsminister Lucha. „Deshalb sollten Menschen über 70 Jahren in dieser Woche noch die Chance nutzen“.

Auf der Seite des Gesundheitsministeriums lassen sich die Termine vereinbaren. Arztpraxen, die gegen das Coronavirus impfen, sollen eigenständig auf ihre Patienten zugehen und ihnen darüber hinaus Impftermine anbieten. Wann in Baden-Württemberg auch Menschen aus Prioritätsgruppe 3, die aber jünger als 60 sind, geimpft werden, ist noch nicht bekannt.

Dänemark, Norwegen und Thailand Tod durch Blutgerinnsel: mehrere Länder setzen Astrazeneca-Impfungen aus

Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca soll in Deutschland jetzt auch den über 65-Jährigen verimpft werden. Virologen hatten den Impfstoff schon länger als sehr wirksam eingestuft.  mehr...

Rheinland-Pfalz: Wann wird welche Gruppe geimpft?

In Rheinland-Pfalz können bereits seit dem 7. April alle Menschen über 60 einen Impftermin vereinbaren. Grund ist ebenfalls die neue Empfehlung, Astrazeneca nur noch an über 60-Jährige zu verimpfen. Für sie steht deshalb mehr Impfstoff zur Verfügung.

Ansonsten gilt wie in Baden-Württemberg: Geimpft werden derzeit in der Regel nur Menschen der Prioritätsgruppen 1 und 2. Darunter sind unter anderem Beschäftigte in Kindergärten und Grund- und Förderschulen, Hebammen und Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Rehakliniken, Menschen mit schweren Vorerkrankungen und Kontaktpersonen von Schwangeren und Pflegebedürftigen. Hier gibt es mehr Informationen. Freiwillige Helfer in Teststationen fallen seit 26. Februar auch in die erste Prioritätsgruppe.

Wenn Menschen ein besonders hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Verlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus haben, kann es auch Einzelfallentscheidungen bei der Impfreihenfolge geben: „Die Bundesimpfverordnung sieht zudem vor, dass im Einzelfall nach ärztlicher Beurteilung ein Impfanspruch mit hoher oder erhöhter Priorität bestehen kann.“ Voraussetzung ist hier also ein ärztliches Zeugnis.

Auf der Seite des Gesundheitsministeriums Rheinland-Pfalz könnt ihr einen Impftermin ausmachen. Außerdem können Termine direkt in den Arztpraxen vereinbart werden, die gegen das Coronavirus impfen. Wann in Rheinland-Pfalz auch Menschen aus Prioritätsgruppe 3, die aber jünger als 60 sind, geimpft werden, ist noch nicht bekannt.

Impfreihenfolge in anderen Bundesländern

Ihr wohnt nicht direkt in SWR3Land sondern drumherum? Hier gibt es weitere Informationen:

  1. Wer wird wann geimpft in Hessen
  2. Wer wird wann geimpft im Saarland
  3. Wer wird wann geimpft in Nordrhein-Westfalen
  4. Wer wird wann geimpft in Bayern
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Vanessa Valkovic (Foto: SWR3)

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