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Nachts alleine nach Hause laufen – alleine der Gedanke daran, sorgt bei vielen für ein mulmiges Gefühl. Sogenannte Heimweg-Apps können helfen. Wir haben drei für euch getestet und auch eine Alternative zur App.

Heimweg-Apps: Wie funktionieren sie?

Alle getesteten Apps sind kostenlos und funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip: Wer sich unsicher fühlt, wählt in der App einen 'Begleiter' aus. Das kann zum Beispiel ein Freund sein, der auch die gleiche App hat und einen dann virtuell auf einer Karte verfolgt. Ist man sicher zu Hause angekommen, wird der Begleiter informiert. Kommt es zu brenzligen Situationen, bieten die Apps verschiedene Möglichkeiten. Generell gilt: Wenn man kein Netz hat, funktionieren sie nicht. Die Einzelheiten:

1. App „Kommgutheim“

Kommgutheim App (Foto: SWR3)

Wie fast bei jeder Heimweg-App, setzt der Betreiber darauf, dass ihr und auch eure Freunde die App installiert habt um euch gegenseitig zu begleiten. Alternativ könnt ihr an euren Begleiter auch eine Einladung per Link schicken, der in einem Browser aufgerufen werden kann. Sich in der App mit jemandem neu zu verbinden funktionierte bei Kommgutheim während des Tests nicht besonders intuitiv. Hat man es aber geschafft, kann man auch mehrere Personen per Pushnachricht anfragen, ob sie einen begleiten – eine Funktion, die andere Apps nicht anbieten. Nehmen die Personen die Anfrage an, sehen sie die Geschwindigkeit und die Strecke, die man schon gelaufen ist. Nachteil: Wer sich in einer Notfallsituation befindet, kann das seinen Freunden in der kostenlosen Version nur per Pushnachricht oder E-Mail mitteilen. Für Anrufe über den Notrufservice-Knopf braucht man ein kostenpflichtiges Abo.

Fazit: Um ein kleines Gefühl von Sicherheit zu bekommen, kann die App hilfreich sein. In brenzligeren Situationen gibt es jedoch keine kostenlose Möglichkeit sich per Anruf schnell bemerkbar zu machen.

2. App „Vivatar“

Vivatar App (Foto: Screenshot Vivatar-App)
Screenshot Vivatar-App

Wie viele andere Apps verlangt auch Vivatar Zugriffserlaubnis für viele Funktionen im Smartphone: Audio, Video, SMS etc. Allerdings bekommt man hier eine kurze Erklärung, wofür diese Sachen gebraucht werden und fühlt sich besser informiert. Einen Begleiter hinzuzufügen war auch hier etwas kompliziert. Hat man das aber geschafft, wurde der ausgesuchte Kontakt ebenfalls per Pushnachricht über die Begleit-Anfrage informiert. Die Möglichkeit, mit dem Begleiter über die App zu schreiben oder zu telefonieren, gibt es auch. Eine Besonderheit: Fühlt man sich unsicher, kann man einen Notknopf drücken, der einen Countdown auslöst. Reagiert man innerhalb von zwei Minuten nicht, ruft die App automatisch den Begleiter an. Kostenpflichtig kann man einen professionellen Notruf in Anspruch nehmen, der im Notfall die Rettungskräfte informiert.

Fazit: Hat man es geschafft einen Begleiter hinzuzufügen, fühlt man sich vor allem durch die Möglichkeit, einen Notrufcountdown auszulösen, etwas sicherer.

3. App „Wayguard“

Wayguard funktioniert im Grunde gleich, bietet aber einen entscheidenden Vorteil: Hat kein Freund Zeit, Begleiter zu sein, kann man sich von dem Wayguard-Team begleiten lassen. Hier soll eine 24-Stunden-Hilfe garantiert sein. Außerdem kann man sich sowohl mit dem Freund als Begleiter, als auch mit dem Wayguard-Team schriftlich oder telefonisch in Verbindung setzen. Kommt es zu einer gefährlichen Situation, leiten das Team alle relevanten Infos direkt an die Polizei oder den Rettungsdienst weiter. Alle Dienste sind kostenlos. Ein weiterer Vorteil: Fragt man jemanden als Begleiter an, vibriert das Handy so lange, bis dieser auf die Anfrage reagiert.
Fazit: Eine absolut zu empfehlende App, die in jeder Situation passende Möglichkeiten bietet.

Heimweg-Apps: Datenschutz

Viele Apps wollen zum Beispiel auf Kontakte, Kamera, SMS etc. zugreifen. Damit sie funktionieren, muss man das auch erlauben. Aber ist ja klar: Wer geortet werden will und im Notfall Hilfe bekommen soll, der muss auch einiges preisgeben.

Die App-Alternative: Das Heimwegtelefon

Will man keine App installieren, gibt es es eine telefonische Alternative. Beim Heimwegtelefon (030/12074182) erreicht man abends und nachts ehrenamtliche Mitarbeiter, die den aktuellen Standort aufnehmen und durch ein Gespräch etwas Sicherheit vermitteln. Im Notfall kontaktieren sie auch Rettungskräfte.

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