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AUTOR/IN
Evi Seibert, Berlin-Korrespondentin

Der Druck auf Altkanzler und Putin-Freund Gerhard Schröder steigt. Seine Mitarbeiter sind inzwischen gegangen. Am besten sollte er auch wegbleiben, meint Evi Seibert im Kommentar.

Wenn von Gerhard Schröder die Rede ist, geht das nie ohne den Zusatz 'Altkanzler'. Denn wer einmal Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland war, ist eigentlich nie mehr ausschließlich Privatperson. Will heißen: Gerhard Schröder ist nicht einfach nur 'Herr Schröder aus Hannover'.

Büro des Altkanzlers wird aus Steuermitteln finanziert

Das findet er selbst ja auch ganz prima – weil sich damit ordentlich Geld verdienen lässt. Eigentlich mehr als genug, um sich ein schönes Leben nach der Politik zu machen. Und wenn er dann doch im Dienst der Bundesrepublik unterwegs ist, um als Altkanzler das Land zu repräsentieren, dann hat er dafür auch noch ein extra Büro – finanziert aus Steuermitteln.

Erinnern Sie sich eigentlich, wann Gerhard Schröder das letzte Mal tatsächlich als Altkanzler für Deutschland unterwegs war? Ich glaube, es war irgendeine Beerdigung. Denn diese Tätigkeit haben Sie und ich im letzten Jahr mit 407.000 Euro an Büro- und Personalkosten unterstützt. Dafür kann man eine Menge repräsentieren.

Diese Ausstattung ehemaliger Kanzler und Präsidenten wird vom Bundestag genehmigt und gilt quasi automatisch lebenslang. Das wurde zwar immer mal kritisiert, auch vom Bundesrechnungshof. Aber so richtig passiert ist nichts.

Logo SWR3 (Foto: SWR, SWR)

Nachrichten Schröders Verhalten schadet ganz Deutschland - Evi Seibert im SWR3-Talk mit Kristian Thees

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Gerhard Schröders Verhalten ist peinlich und schadet ganz Deutschland, sagt Berlin-Korrespondentin Evi Seibert im SWR3-Talk mit Kristian Thees.

„Mitarbeiter haben offenbar mehr Rückgrat als der Chef“

Da wir doch gerade so im Reformeifer sind und alles anders und besser machen wollen – hier wäre Handlungsbedarf. Gerhard Schröder sind soeben die Mitarbeiter davongelaufen, dann könnte man das Büro doch gleich ganz dicht machen. Denn die Mitarbeiter haben offenbar mehr Rückgrat als der Chef. Sie finden es offensichtlich nicht so gut, dass Schröder sich wohl nach wie vor von seinem Kriegstreiber-Freund Putin bezahlen lassen will als Aufsichtsrat in diversen russischen Staatsunternehmen.

Schröder und andere Ex-Politiker für Russland aktiv

Damit ist er übrigens nicht allein. Auch hohe Ex-Politiker aus Österreich und Frankreich sind in Russland aktiv – mit einem kleinen Unterschied. Viele dieser internationalen Kolleginnen und Kollegen haben jetzt ihre Ämter in den russischen Unternehmen niedergelegt. Nicht so Schröder. Der ist einfach abgetaucht.

Evelyn Seibert, Korrespondentin im Hauptstadtstudio Berlin (Foto: © ARD-Hauptstadtstudio/Reiner Freese)
Evi Seibert, Korrespondentin im Hauptstadtstudio Berlin © ARD-Hauptstadtstudio/Reiner Freese

„Schröder sollte Teil der Sanktionen gegen Russland werden“

Da er jetzt ja keine Mitarbeiter mehr hat, die ihn suchen könnten, könnte er ja auch einfach gleich ganz wegbleiben. Das würde uns eine Menge Fremdschämen ersparen. Ich finde auch, Schröder sollte Teil der Sanktionen gegen Russland werden: kein Steuergeld und keine staatliche Unterstützung mehr für Vasallen des Kriegstreibers Putin.

Und da russische Oligarchen vom internationalen Zahlungsverkehr ausgeschlossen werden, kann man das von mir aus auch gleich noch auf Schröder anwenden. Sollen seine wertlosen Rubel doch auf russische Konten rollen. Und zu guter Letzt: Den Begriff 'Altkanzler' würde ich jetzt tatsächlich nicht mehr so gern für ihn verwenden. Ich finde 'Herr Schröder aus Hannover' reicht vollauf.

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Evi Seibert, Berlin-Korrespondentin

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