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Ein Schiedsrichter hat beim Afrika-Cup für einen Skandal gesorgt: Er hat das Spiel zu früh abgepfiffen und das gleich zweimal.

Der sambische Schiedsrichter Janny Sikazwe hat das Vorrundenspiel des Afrika Cups zwischen Mitfavorit Tunesien und Mali schon nach 85 Minuten beendet. Beim Stand von 1:0 für Mali pfiff er einfach ab. Erst nach den Protesten der tunesischen Spieler überlegte er es sich anders und lies weiterspielen.

Dann kam der eigentliche Skandal: Nach 89:45 Minuten beendet er erneut das Spiel. Wieder zu früh! Kurz davor hatte es nach einem Foul sogar noch eine längere Unterbrechung gegeben, es wurde auch eine Trinkpause gemacht - das Spiel hätte also deutlich länger als 90 Minuten dauern müssen.

Schiedsrichter brauchen Personenschutz

Diesmal war die gesamte tunesische Delegation wütend, Trainer Mondher Kebaier fuchtelte hektisch mit seiner Uhr vor der Nase der Offiziellen herum. Das Schiedsrichterteam musste angesichts des Zorns der Tunesier unter dem Schutz von Sicherheitskräften das Spielfeld verlassen.

In 30 Jahren in diesem Geschäft habe ich so etwas noch nie gesehen. Seine Entscheidung ist unerklärlich. Wir werden sehen, was jetzt passiert.

Etwa eine halbe Stunde später dann der Sinneswandel: Das Spiel sollte wieder angepfiffen und die restliche Zeit nachgeholt werden. Es stand aber nur das Team aus Mali auf dem Platz. Die Tunesier fehlten. Als das Kommando kam, auf den Platz zurückzukehren, seien seine Spieler "bereits in den Eisbädern" gewesen, erklärte der Trainer.

Es gab schon Korruptionsverdacht gegen Sikazwe

Sikazwe ist zum fünften Mal für die Afrika-Meisterschaft nominiert, auch bei der WM 2018 war er dabei, leitete in Russland zwei Vorrundenspiele. Es ist nicht das erste Mal, dass sein Verhalten fragwürdig ist. Sikazwe war einmal nach einem Spiel der afrikanischen Champions League wegen "Korruptionsverdachts" gesperrt worden. Wegen fehlender Beweise wurde die Suspendierung aber wieder aufgehoben.

Dreimal die falsche Hymne von Mauretanien gespielt

Auch die zweite Partie der Gruppe F zwischen Mauretanien und Gambia verlief keineswegs nach Plan: In drei (!) Versuchen wurde jeweils nicht die seit vier Jahren gültige, sondern die alte Hymne des Landes gespielt. Die mauretanischen Spieler schauten irritiert, einige schüttelten den Kopf.

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SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 23. Mai, 3:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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