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Björn Widmann
Björn Widmann (Foto: SWR3)

Auf Telegram macht zurzeit ein Video die Runde, in dem über einen angeblichen Mord in Euskirchen berichtet wird. Jetzt hat sich die Polizei eingeschaltet.

In den sozialen Medien wird zurzeit ein Video geteilt, das von einem Überfall auf einen 16 Jahre alten Jugendlichen in Euskirchen berichtet. Angeblich sei der Teenager mit russischen Wurzeln von einer Gruppe ukrainischer Flüchtlinge zu Tode geprügelt worden.

Davon berichtet in dem eineinhalbminütigen Videoclip eine Frau, die russisch spricht. Der Junge habe sich „schuldig“ gemacht, Russisch zu sprechen. Deswegen sei er im Bereich des Bahnhofs in Euskirchen von einem „Mob“ Ukrainer umgebracht worden. Mit dieser Aussage wird das Video auch weiter geteilt. Eine russische Influencerin mit rund 100.000 Abonennten soll auf das Video eingestiegen sein, berichtet SWR3-Reporter Marius Reichert.

Polizei: Fake-Video bitte nicht weiter teilen

Jetzt hat sich die Polizei Bonn eingeschaltet. Die Ermittler warnen vor dem Video – es ist Fake. „Der für Kapitalverbrechen im Bereich Euskirchen zuständigen Polizei Bonn liegen keinerlei Informationen über einen solchen gewalttätigen Übergriff oder gar über einen Todesfall vor“, teilte die Polizei mit.

WICHTIGE Info: Über das Internet wird derzeit ein Video verbreitet, in dem von einem Überfall auf einen 16-jährigen Jugendlichen im Bereich Euskirchen berichtet wird. Angeblich sei dieser von einer Gruppe Ukrainer zu Tode geprügelt worden. Die Sprache des Videos ist russisch. /1

Die Geschichte sei aber zu 100 Prozent Fake, schreibt die Polizei weiter.

Der für Kapitalverbrechen im Bereich Euskirchen zuständigen Polizei Bonn liegen keinerlei Informationen über einen solchen gewalttätigen Übergriff oder gar über einen Todesfall vor. Der Staatsschutz der Polizei Bonn hat die Ermittlungen aufgenommen. /2

Laut Polizei Bonn könnte das Video aus einem bestimmten Grund durch die sozialen Medien gehen.

Die Experten gehen derzeit davon aus, dass es sich um ein absichtliches "Fake-Video" handelt, dass Hass schüren soll. Wir bitten, dieses Video nicht weiter zu verbreiten und sämtliche Informationen, vor allem aus den sozialen Medien, besonders sorgsam auf Echtheit zu prüfen. /3

Polizei: Video soll vermutlich Hass schüren

Der Staatsschutz der Polizei Bonn habe die Ermittlungen aufgenommen. Die Experten der Behörde gehen davon aus, dass es sich um ein Video handelt, das absichtlich Falschinformationen verbreitet, um Hass zu schüren.

Die Polizei bittet darum, das Fake-Video nicht weiter zu verbreiten. Auch solle man sämtliche Informationen – vor allem aus den sozialen Medien – besonders sorgsam darauf überprüfen, ob die Behauptungen auch tatsächlich wahr sind, schreibt die Polizei auf Twitter.

Erst checken, dann teilen Fake News? So kannst du sie erkennen!

Falsche Studien, Lügen über das Coronavirus oder den Ukraine-Krieg: Fake News gehören mittlerweile zu unserem täglichen Leben. Hier gibt es Tipps zum Umgang damit.

Wer steckt hinter der Fake-Geschichte vom getöteten russischen Teenager?

SWR3-Reporter Reichert berichtet weiter, dass es Medienberichte gibt, laut denen hinter der Geschichte ein polizeibekannter Mann stehen soll. Dieser sei schon öfter aufgefallen, weil er sich abfällig gegenüber Ukrainer geäußert habe.

Frau hat das Telegram-Video inzwischen bei sich gelöscht

Reichert erklärt, dass die Frau das Video inzwischen von ihrem Telegram-Kanal gelöscht haben soll und stattdessen ein Entschuldigungsvideo gepostet hat. Als sie nachgefragt habe, wann die Beerdigung des Jungen sei, sei ihr klar geworden, dass sie auf einen Fake reingefallen war, so der Journalist.

Das ganze Interview mit unserem SWR3-Reporter

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen warnt davor, ein Fake-Video im Netz zu verbreiten. Darin geht’s um ein angebliches Verbrechen durch Ukrainer in NRW. Experten gehen laut Polizei davon aus, dass es sich um ein absichtliches „Fake-Video“, das Hass schüren soll. SWR3-Reporter Marius Reichert:

Logo SWR3 (Foto: SWR, SWR)

Nachrichten Das Fake-Video auf Telegram: SWR3-Reporter erklärt die Hintergründe

Dauer

Auf Telegram kursiert ein Video, in dem eine Frau weinend über einen russischen Teenager berichtet, der von ukrainischen Flüchtlingen ermordet worden sein soll. Inzwischen ist klar: Das Video ist Fake. Und die Frau aus dem Video ist auch schon kräftig zurückgerudert. SWR3-Reporter Marius Reichert kennt die Hintergründe.

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