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Christian Kreutzer
Christian Kreutzer (Foto: SWR3)
Ferdinand Vögele
Ferdinand Vögele (Foto: SWR3)

Der russische Angriff auf die Ukraine könnte unmittelbar bevorstehen. Die Bundesregierung hat nun deutsche Bürgerinnen und Bürger nun offiziell aufgefordert, das Land zu verlassen.

Vor dem Hintergrund des sich zuspitzenden Konflikts mit Russland sollen Deutsche die Ukraine verlassen. Sie sollten prüfen, ob ihre Anwesenheit „zwingend erforderlich“ sei, erklärte das Auswärtige Amt.

#Ukraine - Anpassung der Reise- und Sicherheitshinweise: Das Auswärtige Amt spricht eine #Reisewarnung für die Ukraine aus. Deutsche, die sich dort aufhalten, werden aufgefordert, eine Ausreise zu erwägen. Details hier: https://t.co/jJlhnUHCVl

Die USA und mehrere andere EU-Staaten hatten schon zuvor ihre Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, die Ukraine zu verlassen. Dem haben sich am Samstag nun auch die Regierungen von Belgien, Australien und Neuseeland angeschlossen. Sie alle befürchten in Kürze einen russischen Einmarsch.

USA erwarten baldigen Angriff auf die Ukraine

US-Präsident Joe Bidens nationaler Sicherheitsberater Jake Sullivan hatte am Freitag gewarnt, die russische Invasion könne möglicherweise noch während der Olympischen Winterspiele in Peking beginnen – möglicherweise auch danach, aus Rücksicht auf China.

USA: Am Anfang könnten Luftschläge gegen die Ukraine stehen

Sullivan sagte zwar, die USA wüssten weiterhin nicht, ob Russlands Präsident Wladimir Putin sich tatsächlich für eine Invasion entschieden habe. Doch seien inzwischen alle Elemente für eine große Militäraktion, die rasch starten könnte, vor Ort vorhanden. CNN und andere Medien berichten dagegen, Präsident Biden habe gesagt, die US-Regierung gehe davon aus, dass Moskau bereits zum Einmarsch entschlossen sei.

Laut Sullivan halten die USA dann einen Luftschlag zu Beginn einer Invasion für wahrscheinlich. Mögliche Szenarien seien aus US-Sicht auch ein rascher Vorstoß des russischen Militärs gegen die ukrainische Hauptstadt Kiew.

Washington: russische Attacken unter falscher Flagge denkbar

Denkbar sei zudem eine Operation unter falscher Flagge – also Angriffe auf die eigenen Leute, bei denen Uniformen der Gegner getragen werden. Sie dienen in der Regel dazu, die Kriegsbereitschaft der eigenen Bevölkerung zu pushen. Vor solchen Operationen hatten die USA bereits Mitte Januar gewarnt.

CIA und US-Army befürchten angeblich Kriegsbeginn am Mittwoch

Der Spiegel schreibt derweil, der US-Geheimdienst CIA und das US-Militär hätten die Verbündeten unterrichtet, dass man aufgrund neuer Informationen fürchte, ein Angriff könne konkret am kommenden Mittwoch erfolgen. Sullivan kommentierte diese Geheimdienst-Berichte nicht.

Darin hatte es demnach auch geheißen, CIA und Militär wüssten von konkreten Routen für die Invasion sowie welche russischen Einheiten welche Aufgaben übernehmen sollten.

Moskau-Sprecherin: „Die Angelsachsen brauchen einen Krieg“

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, sprach von einer „Hysterie“ im Weißen Haus. „Die Angelsachsen brauchen einen Krieg. Um jeden Preis“, behauptete sie. Die russische Regierung, die offenbar täglich mehr Truppen an die Grenze zur Ukraine verlegt, bestritt erneut, Angriffsabsichten zu haben.

Putin wird russischen Agenturberichten zufolge am Samstag mit den Staatschefs der USA und Frankreichs sprechen. Ein Telefonat Putins mit Joe Biden sei am Samstagabend Moskauer Zeit geplant, meldet die Agentur Ria. Ebenso ein weiteres Telefonat mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

Tina Hassel aus dem ARD-Hauptstadtstudio in Berlin analysiert die aktuelle Lage der Ukraine-Krise.

USA bereiten Evakuierung ihrer Botschaft in Kiew vor

Wie ein Regierungsbeamter mitteilte, sollen praktisch alle knapp 200 amerikanischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der US-Botschaft in der Hauptstadt das Land verlassen. Nur ein kleiner Teil der Belegschaft soll die diplomatische Präsenz der USA aufrechterhalten. Außerdem forderte Sullivan alle US-Bürger in der Ukraine auf, das Land binnen 48 Stunden zu verlassen.

USA schicken weitere 3.000 Soldaten nach Polen

In einer Reaktion wollen die USA Anfang kommender Woche 3.000 weitere Soldaten nach Polen verlegen. US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hatte bereits Anfang Februar 1.700 Soldaten nach Polen entsandt.

US-Präsident Biden hatte sich am Freitag vor Sullivans Auftritt in einer Telefonschalte mit zahlreichen westlichen Verbündeten ausgetauscht, darunter mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). In Berlin hieß es anschließend, die Lage werde von den Teilnehmern aus Europäischer Union und Nato als „sehr, sehr ernst“ eingeschätzt.

Wichtiger Austausch zur sehr sehr ernsten sicherheitspolitischen Lage der Ukraine, u.a. mit @POTUS, @EmmanuelMacron, und @JustinTrudeau. Die Verbündeten sind entschlossen, gemeinsam schnelle und tiefgreifende Sanktionen zu ergreifen gegen Russland,… 1/2 https://t.co/hUFwgD2L9W

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