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Sechs Hunde waren auf der Insel La Palma von Lava eingeschlossen und hätten mit einer Drohne gerettet werden sollen. Doch nun wurden sie wohl vom „A-Team“ befreit. Wer steckt hinter der Aktion?

Man kennt das: Wenn es brenzlig wird, kommt das „A-Team“ und klärt die Situation. Es wird geschossen, Dinge explodieren, niemand wird verletzt und am Ende ist alles gut.

Ähnlich spektakulär – nur im echten Leben – hätte eine Rettungsaktion für sechs Hunde auf La Palma laufen sollen. Die kauerten nämlich abgemagert in einem Wasserbassin, eingeschlossen von Lavaströmen des Vulkans. Geplant war, die Tiere mit einer Drohne aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Das spanische Drohnen-Unternehmen Aerocamaras bereitete am Mittwoch unter Hochdruck die Rettungsaktion auf der Insel La Palma vor. Tierschützer sahen die Rettung mit der Drohne als einzige Möglichkeit – doch dann kam das „A-Team“.

Wurden die Hunde auf La Palma gerettet?

Fakt ist: Die Hunde sind nicht mehr in dem Bassin und an der Außenmauer hängt ein Banner, auf dem steht: „Starkes La Palma, den Hunden geht es gut, A Team“. Wer genau dahintersteckt und die sechs Hunde aus ihrer misslichen Lage zwischen zwei Lavaströmen befreite, war zunächst unbekannt.

Nach Angaben von Aerocamaras ist die im Bereich des Wassertanks äußerlich abgehärtete Lava noch immer rund 160 Grad heiß. El Pais berichtete, in einem Video seien dort, wo die Hunde waren, menschliche Fußabdrücke in der Vulkanasche zu sehen. Auch Aerocamaras spricht in einem Tweet davon. Die Hunde waren schon seit Tagen mit Hilfe von Drohnen mit Wasser und Nahrung versorgt worden.

ℹ️ INFORMACIÓN ACTUALIZADA ℹ️ Hoy hemos encontrado #huellas que aparentan ser de personas dentro de la zona de exclusión. Esto podría explicar la ausencia de los #perros en la zona inspeccionada. #Aerocamaras #PerrosLaPalma https://t.co/FgVyaNFGaD

Sie waren es nicht: Die Stars der Fernsehserie „A-Team“ haben höchstwahrscheinlich nichts mit der Rettung der von Lava eingeschlossenen Hunde auf La Palma zu tun. (Foto: imago images, KPA)
Sie waren es nicht: Die Stars der Fernsehserie „A-Team“ haben höchstwahrscheinlich nichts mit der Rettung der von Lava eingeschlossenen Hunde auf La Palma zu tun. KPA

Hunde waren mehrere Wochen eingeschlossen

Nach dem Ausbruch des Vulkans Cumbre Vieja am 19. September war die Tierschutzorganisation Leales.org Anfang Oktober auf die zwischen Lavaströmen eingeschlossenen Vierbeiner aufmerksam geworden. Daraufhin hatte sie die Versorgung der Tiere mit Wasser und Nahrung per Drohne organisiert.

Neues von der Rettung der durch Lavaströme eingeschlossenen Hunde auf #LaPalma: Behörden erlauben Rettung per Drohne 🐶🐶 https://t.co/RTYJm6TTyb

Von Leales.org stammt auch die Idee, eine der für Frachttransporte genutzten Drohnen von Aerocamaras für die Rettungsaktion zu verwenden. Zu Fuß oder per Hubschrauber zu den Tieren zu gelangen, sei wegen der glühenden Lava sowie der Asche- und Gaswolken des Cumbre Vieja nicht möglich, sagte Leales.org-Sprecher Alejandro Molina der Nachrichtenagentur AFP. Die Rettung per Drohne sei „der einzige Weg, es zu tun“. Das „A-Team“ hat wohl bewiesen, dass es noch andere Wege gibt.

Behörden gaben grünes Licht für Drohnen-Rettung

Schon seit Montag war das Aerocamaras-Team auf La Palma. Zuvor hatten die Behörden auf der Kanareninsel grünes Licht für die ungewöhnliche Rettungsaktion gegeben – denn eigentlich dürfen nach spanischem Recht Drohnen keine Menschen oder Tiere transportieren.

Der Plan der Retter war, die Hunde einzeln mit einem an der 50 Kilogramm schweren Drohne befestigten Netz einzufangen und in Sicherheit zu bringen. Ob dies auch funktioniert hätte, war allerdings offen. Unklar war vor allem, wie die Hunde reagiert hätten.

Keiner weiß, wie die Hunde auf La Palma reagiert hätten

Es gebe auch mahnende Stimmen, die davor warnten, dass die Hunde sich verletzen oder einen Herzinfarkt erleiden könnten, sagte der Aerocamaras-Geschäftsführer. Natürlich gebe es alle möglichen Risiken. Vielleicht war auch genau das die Motivation für das „A-Team“.

Cumbre Vieja spuckt weiter Lava

Der Vulkan Cumbre Vieja, der 15 Kilometer westlich des Flughafens liegt, war am 19. September zum ersten Mal seit 50 Jahren ausgebrochen. Riesige Lavamengen fließen seitdem in Richtung Meer und zerstörten bereits mehr als 760 Hektar Land mitsamt rund 2.000 Gebäuden. Etwa 7.000 Menschen mussten wegen der Naturkatastrophe ihre Häuser verlassen.

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Radionachrichten 8. Dezember, 0:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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