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Hans Liedtke (Foto: SWR3)

Silvester steht vor der Tür, doch wie dürfen wir den Jahreswechsel dieses Jahr überhaupt feiern? Was ist an Silvester erlaubt und was nicht? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

  1. Mit wie vielen Leuten darf ich zusammen feiern?
  2. Darf ich vor der Haustür anstoßen?
  3. Ist Böllern und Feuerwerk an Silvester erlaubt?
  4. Dürfen Restaurants und Bars zu Silvester öffnen?
  5. Darf ich Essen bestellen?
  6. Gibt es Ausgangssperren an Silvester?
  7. Darf ich an Silvester verreisen?

1. Mit wie vielen Leuten darf ich zusammen feiern?

Kontaktbeschränkungen an Silvester in Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz gelten an Silvester die allgemeinen Kontaktbeschränkungen. Heißt: Maximal fünf Personen aus zwei Haushalten dürfen sich treffen – wie im ganzen Dezember schon. Kinder unter 14 Jahren sind von der Regel ausgenommen.

Für Silvester und auch am Neujahrstag gilt außerdem ein An- und Versammlungsverbot. Man darf sich also nicht mit anderen auf der Straße treffen.

Kontaktbeschränkungen an Silvester in Baden-Württemberg

Auch in Baden-Württemberg gibt es an Silvester keine Ausnahmen. Erlaubt sind maximal fünf Personen aus zwei Haushalten (Kinder bis 14 Jahren ausgeschlossen).

Die Ausgangsbeschränkungen haben außerdem zur Folge, dass man nach 20 Uhr sein Grundstück nicht mehr verlassen darf – egal ob man Feuerwerk gucken oder nur mit Freunden und Nachbarn anstoßen will.

2. Darf ich vor der Haustür anstoßen?

Alkohol trinken in der Öffentlichkeit ist aktuell sowohl in Rheinland-Pfalz als auch in Baden-Württemberg verboten. Mit Familie, Bekannten oder Nachbarn vor der Haustür auf das neue Jahr anstoßen, darf man also nicht.

3. Ist Böllern und Feuerwerk an Silvester erlaubt?

Böllern und Feuerwerk in Rheinland-Pfalz

Auf großen Plätzen und Straßen in Rheinland-Pfalz ist Feuerwerk in diesem Jahr komplett verboten. Wo genau, bestimmen die Kommunen. Auch öffentlich veranstaltetes Feuerwerk zum Jahreswechsel ist untersagt.

Aber auch zu Hause wird es schwer: Feuerwerkskörper dürfen weder verkauft noch erworben werden. Wer jedoch noch eine Rakete vom vergangenen Jahr daheim hat, darf diese im eigenen Garten theoretisch abschießen. Es wird aber dringend empfohlen, auf das Zünden von Pyrotechnik zu verzichten.

Für Böller gelten dieselben Regeln wie für Feuerwerke. Jeder Verkauf oder Erwerb von pyrotechnischen Gegenständen und Feuerwerk ist verboten. Außerdem gilt ein Böllerverbot auf publikumsträchtigen Plätzen.

In manchen Kommunen gilt außerdem eine Ausgangssperre. Hier darf man also sowieso nicht um Mitternacht die eigene Wohnung verlassen.

Böllern und Feuerwerk in Baden-Württemberg

Das Böllern und Zünden im öffentlichen Raum ist in diesem Jahr verboten. Was man aber im eigenen Garten macht, bleibt weiter jedem selbst überlassen.

Allerdings werden keine Silvester-Raketen oder andere Knallkörper in den Supermärkten verkauft. Dafür sorgt das Verkaufsverbot. So will man die Notaufnahmen an Silvester nicht mit zusätzlichen Verletzten belasten.

4. Dürfen Restaurants und Bars zu Silvester öffnen?

Die Gastronomie in Rheinland-Pfalz ist seit dem 2. November geschlossen. Davon wird es auch an Silvester keine Ausnahme geben. Clubs dürfen bereits seit dem Frühjahr nicht mehr öffnen.

Auch in Baden-Württemberg bleiben an Silvester Restaurants, Bars, Clubs und Kneipen geschlossen. Außerdem darf kein Alkohol im öffentlichen Raum ausgeschenkt werden.

5. Darf ich Essen bestellen?

Restaurants dürfen zwar keine Gäste empfangen, Essen zum Abholen und Liefern anbieten ist aber in Rheinland-Pfalz erlaubt – auch an Silvester. In Baden-Württemberg dürfen Restaurants zwar rund um die Uhr liefern. Das Abholen von Restaurant-Speisen nach 20 Uhr ist aber nicht erlaubt.

6. Gibt es Ausgangssperren an Silvester?

Ausgangsperren in Rheinland-Pfalz

Für die Städte Ludwigshafen, Speyer und Frankenthal sowie den Rhein-Pfalz-Kreis gelten aufgrund hoher Inzidenzwerte noch bis zum 10. Januar nächtliche Ausgangssperren. Heißt: Zwischen 21 und 5 Uhr darf das Haus nur in begründeten Ausnahmefällen verlassen werden. Diese Regelung greift auch an Silvester. Zum Jahreswechsel vor die Tür zu gehen, ist dort also nicht erlaubt. In Pirmasens, wo ebenso eine nächtliche Ausgangssperre gilt, greift die Beschränkung an Neujahr erst ab 1 Uhr.

Wer nicht in einer Kommune wohnt, die Ausgangsbeschränkungen verhängt hat, darf grundsätzlich um 0 Uhr nach draußen gehen.

Ausgangssperren in Baden-Württemberg

An Silvester gibt es keine Ausnahme der Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen. Das heißt von 20 Uhr bis 5 Uhr darf man nur mit triftigem Grund raus. Übernachtungen bei Privatpersonen sind möglich. Dann aber nur: Maximal fünf Personen aus bis zu zwei Haushalten. Kinder bis einschließlich 14 Jahre werden nicht mitgezählt.

8. Darf ich an Silvester verreisen?

Reisen an Silvester in Rheinland-Pfalz

Theoretisch darf man an Silvester verreisen. Es gibt weder ein Reiseverbot innerhalb Deutschlands noch ins Ausland. Für viele Länder gelten aufgrund der Corona-Pandemie jedoch Reisewarnungen. Außerdem rät die Bundesregierung von nicht notwendigen Reisen ab.

Reisen an Silvester in Baden-Württemberg

Die Landesregierung appelliert in ihrer Corona-Verordnung, auf private Reisen sowie Besuche von und zu Verwandten zu verzichten. Touristische Busreisen und touristische Übernachtungen sind nicht erlaubt.

Bund und Länder verschärften Lockdown

Bund und Länder einigten sich vor Weihnachten auf weitere Corona-Regeln. Erreicht werden soll ein Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Diese Corona-Regeln gelten bis Januar im Südwesten:

Gaststätten, Hotels und Fitnessstudios

Gastronomie und Freizeiteinrichtungen sind bis zum 10. Januar geschlossen. Betroffene Unternehmen sollen staatliche Hilfen erhalten.

Ausgangsbeschränkungen

In Baden-Württemberg gilt ab dem 12. Dezember eine ganztägige Ausgangsbeschränkung. Personen dürfen sich nur aus triftigen Gründen draußen aufhalten.

Für die Zeit von 5 Uhr morgens bis 20 Uhr abends gilt:

  • Einkäufe dürfen getätigt werden.
  • Sport und Bewegung im Freien, allein, mit Personen des eigenen Hausstandes oder einer Person eines anderen Haushalts sind erlaubt.
  • Ansammlungen und private Veranstaltungen mit Angehörigen des eigenen Haushalts oder maximal 5 Personen aus bis zu zwei Haushalten sowie Verwandten in gerader Linie und Partner. Kinder der jeweiligen Haushalte bis einschließlich 14 Jahre sind hiervon ausgenommen.
  • Zusammenkünfte aus beruflichen Gründen.
  • Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts.
  • Entsprechend angemeldete Demonstrationen.
  • Veranstaltungen nach § 10 Absatz 4 Corona-Verordnung. Diese regelt zum Beispiel die Teilnahme an Gerichtsterminen oder Sitzungen kommunaler Gremien.

Zwischen 20 und 5 Uhr braucht es einen triftigeren Grund, um sich im Freien aufzuhalten. Diese sind:

  • Berufliche Gründe oder der Weg zur Arbeit.
  • Wege zur Schule, Kita oder für den Hochschulbetrieb.
  • Gänge zur medizinischen und tiermedizinischen Versorgung.
  • Begleitung von Minderjährigen und Hilfsbedürftigen sowie von Sterbenden.
  • Handlungen zur Versorgung von Tieren – etwa Spaziergänge mit dem Hund.
  • Besuch von Schulen, Kindertagesstätten und Veranstaltungen des Studienbetriebs.

In Rheinland-Pfalz gelten Ausgangsbeschränkungen bisher lediglich in Hotspot-Regionen.

Arbeit

Betriebe werden aufgefordert, nach Möglichkeit Homeoffice anzubieten – vor allem zwischen den anstehenden Feiertagen – oder gar Betriebsferien zu machen.

Einzelhandel

Die meisten Geschäfte in Deutschland müssen wegen der Corona-Pandemie vom 16. Dezember bis zum 10. Januar schließen. Auch Friseursalons müssen dicht machen. Ausgenommen sind etwa Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Drogerien, Tankstellen sowie Banken und Sparkassen.

Schule und Hochschule

Schüler und Kita-Kinder sollen spätestens ab Mittwoch für zunächst dreieinhalb Wochen zu Hause bleiben. Konkret heißt es dazu in einem gemeinsamen Papier, dass Kinder zwischen dem 16. Dezember und dem 10. Januar „wann immer möglich“ zu Hause betreut werden sollten.

Schulen sollen dafür entweder „grundsätzlich geschlossen“ werden, oder die Präsenzpflicht werde ausgesetzt, das bedeutet Unterricht zu Hause. Wie im Frühjahr soll es aber eine Notbetreuung geben, und an den Schulen sollen Ausnahmen für Abschlussklassen möglich sein.

Bahnverkehr

Um den Reiseverkehr sicherer zu machen, soll die Sitzplatzkapazität deutlich erhöht werden, um noch mehr Abstand zwischen den Reisenden zu ermöglichen. Die Reservierbarkeit der Sitzplätze soll parallel dazu beschränkt werden. Und die Maskenpflicht soll öfter kontrolliert werden.

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