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Leo Eder
Leo Eder (Foto: SWR3)

Polens Grenze zur Ukraine: Tausende Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, die sich um sie kümmern – und ein Mann, der „Imagine“ auf dem Klavier spielt.

Davide Martello erzählt, wie er die schrecklichen Nachrichten, all die Live-Ticker über das Kriegsgebiet verfolgte und überlegte: „Was kann ich tun? Was ist mein Beitrag?“ Und dann entschloss sich der Pianist, hinzufahren und für die Flüchtlinge Musik zu spielen, um sie willkommen zu heißen.

Ich bin losgefahren, als ich von meiner Ohnmacht aufgewacht bin.

Von seinem Wohnort Waldshut-Tiengen im Schwarzwald ging es samt Flügel im Anhänger und Katze als Begleitung an die polnisch-ukrainische Grenze zum Grenzübergang Medyka:

Der schönste Moment: Vorm Bahnhof in Lwiw

Davide fuhr mit seinem Flügel auch in die Ukraine rein – und spielte an zwei Tagen vor dem Bahnhof in Lwiw (Lemberg). Es schneite. Eine ältere Dame kam und habe ihm eine Decke zum Schutz umgelegt. Ein sehr emotionaler Moment sei das gewesen, erinnert er sich.

Nur Musik kann uns jetzt noch retten. Kunst, Musik – das ist die Art, mit Leuten zu reden, die ihre Herzen geschlossen haben. Meine Absicht ist es, eine Friedensbotschaft zu senden, um die Herzen der sehr alten Politiker wieder zu öffnen. Und sie müssen Liebe eine Chance geben, Frieden eine Chance zu geben – gebt Frieden eine Chance!

Der Italiener David aus Deutschland spielt in Polen an der EU-Grenze zur Ukraine auf seinem Reise-Piano. (Foto: Reuters)
Die Menschen, für die er spielt, lauschen Davide gebannt.

Der Weg von Medyka nach Lwiw sei leicht gewesen, auch wenn die Zöllner ihn für verrückt erklärt hätten, dass er in ein Kriegsgebiet fahren wollte. In der Gegenrichtung sah Davide aber den kilometerlangen Stau Richtung Polen. Auf dem Rückweg habe er deshalb eine Route über Ungarn gewählt – mit „nur“ fünf Stunden Wartezeit an der Grenze.

Er wünscht sich, irgendwann wieder in die Ukraine zu fahren und vor einem kaputten russischen Panzer zu spielen – als Zeichen für das Kriegsende.

Was ich mit meiner Musik erreichen will, ist, eine Brücke zwischen Russland und dem Westen zu bauen – zum Reden, Runterkommen, Entspannen.

Was Davide für die Menschen in der Ukraine und an der Grenze auf seinem Klavier so spielt, sagte er SWR3:

Logo SWR3 (Foto: SWR, SWR)

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