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Donald Trump darf sich dank des neuen Twitter-Chefs wieder auf seiner ehemaligen Lieblingsplattform austoben. Ob er das denn auch will, ist allerdings noch nicht ganz klar.

Trump darf wieder twittern

Mehr als 88 Millionen Follower hatte Ex-US-Präsident Donald Trump, zeitweise haute er Tweets im Minutentakt heraus. Nach dem Sturm seiner Anhänger auf das Kapitol am 6. Januar 2021 war Trump von Twitter verbannt worden. Nun hat der neue Twitter-Chef Elon Musk die Twitter-Community befragt, ob Trumps Profil wieder entsperrt werden soll. Eine knappe Mehrheit bejahte.

Reinstate former President Trump

Nach Ablauf der Befragung schrieb Musk: „Das Volk hat gesprochen. Trump wird wiederhergestellt. Vox Populi, Vox Dei“ (Latein für „Die Stimme des Volkes ist die Stimme Gottes“). Kurz danach war @realDonaldTrump wieder erreichbar – mit dem letzten Eintrag vom 8. Januar 2021. Die Tweets, wegen denen er gesperrt worden war, sind nicht mehr sichtbar und die Abonnentenzahl wurde auf null gesetzt – die dürfte sich aber schnell wieder erholen. Trump selbst hatte allerdings erklärt, nicht auf die Online-Plattform zurückkehren zu wollen, sondern lieber bei dem von ihm selbst gegründeten Netzwerk Truth Social zu bleiben. Eine größere Reichweite wäre ihm allerdings bei Twitter sicher – und die bräuchte er für seine anstehende Präsidentschaftskandidatur.

Was die Entsperrung von Trumps Profil bedeuten kann – SWR3-Reporterin Katharina Wilhelm:

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Nachrichten Trump zurück auf Twitter: Was bedeutet das, wie geht es weiter?

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Trump darf wieder twittern. Was bedeutet das? SWR3-Reporter Katharina Wilhelm mit Antworten.

Twitter-Mitarbeiter haben keine Lust auf Musks Ultimatum

Der Konzernchef Elon Musk setzt nach seiner ersten Entlassungswelle den restlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Pistole auf die Brust: Er warnte die Angestellten in der Nacht zu Mittwoch in einer von verschiedenen US-Medien veröffentlichten E-Mail, dass es „extrem hardcore“ sein werde, seine Vision „Twitter 2.0“ umzusetzen. Wer bis Donnerstag (17. November) 17 Uhr (Ortszeit New York) nicht über einen Link bestätige, Teil des „neuen Twitter“ sein zu wollen, werde gekündigt und erhalte drei Monatsgehälter Abfindung.

Es ist zwar unklar, wie viele Mitarbeiter den „Ja“-Button für ein Verbleiben bei ihrem Arbeitgeber geklickt haben – einer Umfrage der App Blind zufolge haben viele aber keinen Bock auf „lange Arbeitszeiten mit hoher Intensität“, die der neue Twitter-Chef von seinen bleibenden Angestellten fordern wird.

42 Prozent der 180 Teilnehmer wollten das Unternehmen lieber verlassen. Ein Viertel bleibe nur widerwillig. Außerdem schätzen die Befragten, dass etwa die Hälfte der Belegschaft Twitter verlassen wird. In einem internen Messaging-Dienst hätten am Donnerstag mehr als 500 Beschäftigte Abschiedsnachrichten geschrieben, sagte ein Insider. Ein anderer berichtete von Teams, die geschlossen ihren Hut genommen hätten.

#RIPTwitter und #TwitterDown trenden

Am Freitag trendeten auf Twitter die Hashtags #RIPTwitter und #TwitterDown, unter denen User der Plattform den Tod voraussagten beziehungsweise sich von ihr verabschiedeten.

milliardär saugt vogel lebensodem aus #RIPTwitter https://t.co/LlCih5Kvw7

Wenn #twitter untergeht: triff mich am Luisenplatz wie ich Simpsons Memes auf kleinen Zetteln verteile #RIPTwitter https://t.co/C13hGcQnCK

Können wir nicht einfach TwitterVZ gründen und uns gegenseitig gruscheln? #RIPTwitter

Das aufregendste an der Twitter Challenge unserer Studierenden: Wie lange gibt es Twitter noch? #TwitterDown

Was ich an Twitter am meisten vermissen werde ist meine Blockliste! Da steckt Jahrelange Arbeit drin…#TwitterDown

Politiker wollen Twitter prüfen lassen

Sieben US-Senatoren wollen die Vorgänge bei Twitter prüfen lassen – von der US-Verbraucherschutzbehörde FTC. „In den vergangenen Wochen hat der neue Twitter-Chef Elon Musk alarmierende Schritte unternommen, die die Integrität und Sicherheit der Plattform untergraben haben“, schreiben die Politiker. Musk selbst machte sich mit einem Tweet über die Forderung der Senatoren lustig:

Musk: Twitter könnte pleitegehen

Seit der Übernahme Ende Oktober hatten viele Mitarbeiter nur über Tweets erfahren, welche Änderungen es bei Twitter geben soll und warum dafür schon Tausenden Angestellten gekündigt worden war. In der ersten direkten Mail an seine Mitarbeiter am 10. November zeichnete Musk ein dramatisches Bild der finanziellen Lage des Unternehmens.

Die wirtschaftliche Lage sei „schlimm“, besonders für ein Unternehmen, das von Werbeeinnahmen abhänge. Twitter leidet derzeit stark unter dem schwächelnden Werbegeschäft. Das ist aber die Haupteinnahmequelle. Große Firmen wie General Motors, Volkswagen und Pfizer hatten ihre Werbeausgaben bei Twitter nach der Übernahme durch Musk zunächst pausiert. Die Hälfte der Einnahmen müssten zudem von Abo-Kunden kommen, führte Musk in seiner Mail weiter aus: „Ohne erhebliche Einnahmen aus Abonnements ist die Chance groß, dass Twitter den bevorstehenden wirtschaftlichen Abschwung nicht überlebt.”

Homeoffice adé: 40 Wochenstunden ins Büro

Außerdem soll ab sofort wieder aus den Büros und nicht aus dem Homeoffice gearbeitet werden, hieß es in Musks Mail. Künftig ist Heimarbeit demnach nur noch mit seiner ausdrücklichen persönlichen Erlaubnis zulässig. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen laut dem Memo mindestens 40 Stunden pro Woche im Büro erscheinen. Twitter hatte in der Pandemie unter der alten Führung den Mitarbeitern in Aussicht gestellt, auch langfristig von zu Hause aus arbeiten zu können.

Twitter-Massenentlassungen waren geplant

Die Büros waren zu am Freitag, den 4. November: Eine Woche nach der Twitter-Übernahme von Elon Musk haben zahlreiche Mitarbeitende ihre Kündigung erhalten. Sie sollen per Mail über ihren Verbleib in dem Social-Media-Konzern informiert worden sein. Genaue Zahlen, um wie viele Angestellte es sich handelt, hat Twitter nicht bekannt gegeben. Laut Berichten einiger Medien soll etwa die Hälfte der weltweit rund 7.500 Mitarbeiter eine Kündigung erhalten haben.

Dieses Vorgehen sorgt für Kritik: Musk könnte damit gegen kalifornisches Arbeitsrecht verstoßen haben, weil er die Mitarbeitenden 60 Tage vor den Entlassungen hätte warnen müssen. In einer E-Mail an die Beschäftigten, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, werden die Entlassungen so begründet: „In dem Bemühen, Twitter auf einen gesunden Weg zu bringen, werden wir den schwierigen Prozess eines Abbaus der weltweiten Belegschaft gehen.“ Die Büros seien geschlossen und Zugangskarten deaktiviert worden, „um die Sicherheit aller Mitarbeiter, der Twitter-Systeme und der Kundendaten zu gewährleisten“. Vermutlich wollte man so auch eventuellen Protesten von Mitarbeitern zuvorkommen.

Viele Ex-Tweeps – wie sich die Mitarbeitenden selbst nennen – verabschiedeten sich emotional unter #OneTeam auf ihrer Plattform.

wont get to Tweet it, but here it is - the last @Twitter Tweet from my team and I Love y’all and thank you for the honor of a lifetime #OneTeam https://t.co/v6BWkeSVXr

Twitter is so special. After 4 yrs, I’m leaving with the fullest 💙, experiences I never imagined, and unbreakable bonds with so many Tweeps. My head is held high, knowing I gave it my absolute all. @TwitterComms: We have so much to be proud of. Time to fly even higher! #OneTeam https://t.co/5tVUP575A6

Andere machten dort ihrem Ärger Luft, weil sie nicht einmal eine Kündigungsmail bekommen hatten, sondern einfach ihre Zugänge gesperrt wurden.

Well this isn’t looking promising. Can’t log into emails. Mac wont turn on. But so grateful this is happening at 3am. Really appreciate the thoughtfulness on the timing front guys. Meanwhile to everyone else at Twitter, you’re the best ❤️ #OneTeam https://t.co/iWyAPeURcm

Looks like I’m unemployed y’all. Just got remotely logged out of my work laptop and removed from Slack. #OneTeam forever. Loved you all so much. So sad it had to end this way 💔

Mitarbeiterversammlungen bei Twitter abgesagt

Für Twitter-Mitarbeiter war die Rundmail die erste offizielle Mitteilung, seit Musk am 27. Oktober den Twitter-Kauf abgeschlossen hatte. Ursprünglich war für den Freitag darauf eine Mitarbeiterversammlung angekündigt worden, die sei aber – genauso wie eine weitere angekündigte Versammlung – abgesagt worden, hieß es unter Berufung auf Twitter-Mitarbeiter.

Will Oremus, Tech-Reporter der Washington Post, veröffentlichte auf Twitter das Schreiben an die Belegschaft:

Here's the first official communication from Twitter's new leadership to its staff, a week after Musk took over: a fun game where you get to find out if you're laid off or not based by 9am tomorrow, based on whether the email pops up in your Twitter account or personal account. https://t.co/tpJsAkiaHp

Einem Medienbericht zufolge hat Twitter nur wenig später einen Teil der Gefeuerten um Rückkehr zum Kurznachrichtendienst gebeten. Twitter kontaktiere derzeit Dutzende ehemalige Angestellte, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am 6. November. Sie beruft sich auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Einigen Ex-Mitarbeitern sei fälschlicherweise gekündigt worden. Bei anderen habe man erkannt, dass ihre Arbeit und Erfahrung für künftige Pläne der Plattform notwendig sein könnten.

Musk jetzt alleiniger Twitter-Chef

Elon Musk hatte den etwa 44 Milliarden Dollar (44,2 Mrd Euro) teuren Kauf von Twitter am 27. Oktober abgeschlossen. Der Konzern hat die US-Wertpapieraufsicht SEC darüber informiert, dass sich Twitter von der Börse zurückzieht, und damit den Vollzug der Übernahme bestätigt. Unmittelbar nach dem Kauf feuerte Musk bereits das Top-Management des Online-Netzwerks: den bisherigen Twitter-Boss Parag Agrawal, Finanzchef Ned Segal und die für den Kampf gegen Hassrede und falsche Informationen zuständige Top-Managerin Vijaya Gadde.

Danach musste auch der Verwaltungsrat daran glauben. Das teilte Twitter am Montag (31. Oktober) in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht mit. Damit hat der Tesla-Chef die alleinige Macht über Twitter. Alle neun Mitglieder des Direktoriums haben ihre Posten aufgegeben. In US-Unternehmen sind Direktorien ähnlich wie ein Aufsichtsrat dem Vorstand übergeordnet. Elon Musk hatte den Twitter-Führungskräften vorgeworfen, ihn und seine Investoren über die Zahl der Fake-Accounts angelogen zu haben. Nach offiziellen Angaben soll es weniger als fünf Prozent gefälschte Konten geben.

Am 10. November verließen weitere Manager in Schlüsselpositionen die Firma: Der für das Herausfiltern anstößiger Inhalte verantwortliche Yoel Roth und die Chefin für Informationssicherheit, Lea Kissner. Die erst seit Kurzem für die Beziehungen zu Werbekunden zuständige Robin Wheeler reichte laut Medienberichten ihren Rücktritt ein, wurde von Musk jedoch zum Bleiben überredet. Sie twitterte, dass sie immer noch dabei sei.

Das hat Musk mit Twitter vor

Ein weißes Häkchen auf blauem Grund bestätigt auf Twitter die Identität des Kontoinhabers. Das gab es bisher kostenlos. Vor allem Konten von Prominenten, Unternehmen sowie Nutzern mit vielen Followern, etwa Politiker oder Journalisten, wurden damit gekennzeichnet. Der Prozess war für viele User aber nicht transparent genug.

Musk will sich das jetzt bezahlen lassen. Künftig soll das Verifikationszeichen acht US-Dollar im Monat kosten, kündigte Musk am Dienstag (1. November) an:

Twitter’s current lords & peasants system for who has or doesn’t have a blue checkmark is bullshit. Power to the people! Blue for $8/month.

Der neue Twitter-Chef will den Verifizierungshaken in das bestehende Abo-Modell Twitter Blue integrieren. Das kostet bisher 4,99 US-Dollar pro Monat und ist nur in den USA und Kanada verfügbar. Twitter Blue ist der erste Abo-Dienst der Social-Media-Plattform und wurde im vergangenen Jahr eingeführt. Mit dem Abo haben Nutzer Zugang zu Premium-Funktionen auf monatlicher Basis, einschließlich der Möglichkeit, bereits veröffentlichte Tweets zu bearbeiten.

Wieso eine bezahlte Verifizierung bedenklich sein könnte, erklärt SWR3-Silicon-Valley-Reporter Nils Dampz:

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Nachrichten Twitter-Verifizierung soll kosten

Dauer

SWR3-Silicon-Valley-Reporter Nils Dampz berichtet.

Twitter: Verwirrung um Häkchen und Fake-Accounts

Der Umbau bei Twitter hinterlässt bei vielen Usern Verwirrung. Neuestes Beispiel: der Verifikations-Haken. Eine Prüfung, wie es sie zuvor gab, findet offenbar nicht mehr statt – dies führte jetzt zu Accounts, die vorgaben, von Prominenten zu stammen und die ein entsprechendes Häkchen am Profil hatten. Zum Beispiel wurde über den falschen Account des Basketball-Stars LeBron James am Mittwoch (9. November) verkündet, dass er die Los Angeles Lakers verlassen wolle. Auch ein verifizierter Account der Firma Nintendo stellte sich als falsch heraus. Die Accounts sind mittlerweile gesperrt.

Elon Musk hatte bei einer Investorenkonferenz gesagt, er gehe davon aus, dass die rund acht Dollar teure Verifikation per Abo Bots und Fake-Accounts verhindern würde. Seit Tagen gibt es Verwirrung um die Einführung des Bezahl-Häkchens. Eigentlich sollte es am vergangenen Wochenende starten, wurde dann wegen der Zwischenwahlen pausiert. Elon Musk stellte auch einen zweiten, grauen Haken für Accounts vor, der Profile als „offiziell“ kennzeichnen soll. Musk stoppte aber dessen Einführung schon am Mittwoch wieder ein, obwohl erste Profile den Haken bereits bekommen hatten.

There are no sacred cows in product at Twitter anymore. Elon is willing to try lots of things -- many will fail, some will succeed. The goal is to find the right mix of successful changes to ensure the long-term health and growth of the business. https://t.co/cMf27EmmpJ

Hintergrund: Musk und seine Auffassung von Meinungsfreiheit

Musks Pläne für eine Twitter-Übernahme hatten viele besorgt: Denn er sagte zwar, er wolle damit die angeblich bedrohte „Redefreiheit stärken“, das Vertrauen in Twitter vergrößern und die „Meinungsfreiheit“ fördern. Sie sei „das Fundament einer funktionierenden Demokratie“. Aber sein eigener Umgang mit den Themen Twitter und Meinungsfreiheit sorgte für Unruhe, als seine Kaufpläne bekannt wurden.

Über sein eigenes Twitter-Konto hat Musk in der Vergangenheit teilweise Kritiker attackiert und sich über eine Reihe von teils kontroversen Themen geäußert. Im April 2020 bezeichnete der gebürtige Südafrikaner beispielsweise corona-bedingte Ausgangssperren in Kalifornien als „Faschismus“.

Der lockere Umgang mit den Content-Regeln, den er angekündigt hatte, weckte die Sorge, dass die Plattform jetzt noch anfälliger für Desinformation, Hassrede und Mobbing werden könnte. Analysten an der Wall Street warnten zudem, dass Musk Anzeigenkunden vergraulen könnte, sollte er zu weit gehen.

Dear Twitter Advertisers https://t.co/GMwHmInPAS

Auch die Bundesregierung stellt ihren Account jetzt in Frage. Sie werde sehr genau beobachten, wie sich Twitter jetzt weiterentwickle. Damit meint Regierungssprecher Steffen Hebestreit offenbar, wie die Plattform in Zukunft mit Falschbehauptungen oder radikalen Äußerungen umgeht und wie sich das Diskussionsklima dort verändert.

SWR3-Silicon-Valley Reporter Nils Dampz nennt Musks Vorgehen in seinem Kommentar rücksichtslos. Drei Dinge machten ihm besonders Sorgen:

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Nachrichten Kommentar von Nils Dampz: Chaoswoche bei Twitter

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Im Netz gibt es ein Bild von einer Twitter-Mitabeiterin. Die schläft im Schlafsack auf dem Boden eines Besprechungsraums. Offenbar ist die Arbeit bei Twitter gerade so stressig, dass sie sonst ihre Deadlines nicht halten könnte. Das zeigt: Der neue Twitter-Chef Elon Musk hat Twitter in nur einer Woche radikal umgebaut. Vorläufiger Höhepunkt: Die Entlassung von offenbar der Hälfte der Mitarbeitenden. Chaoswoche bei Twitter – eine Enwicklung, die unserem USA-Korrespondenten Nils Dampz Sorgen macht.

Ewiges Hin und Her um Twitter-Kauf

Anfang Oktober hatte Musk überraschend mitgeteilt, dass er den Kurznachrichtendienst doch kaufen möchte – zum ursprünglichen Preis von 54,20 Dollar pro Aktie, also den genannten rund 44 Milliarden Dollar. Das hat Musk in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht bestätigt. Auch Twitter meldete den Eingang des Kaufgebots. Die Aktionäre hatten dem Deal bereits zugestimmt.

Der exzentrische Tesla-Chef setzte zum Thema Twitter-Kauf einen kryptischen Tweet ab:

Buying Twitter is an accelerant to creating X, the everything app

Musk macht es zur Bedingung für sein erneutes Angebot, dass er nicht den gesamten Betrag auf einmal zahlen muss und ein anstehender Prozess verhindert wird. Über Monate hinweg hatte Musk versucht, aus dem von ihm selbst angestoßenen Deal auszusteigen – doch Twitter wollte ihn unter Verweis auf ihre Kaufvereinbarung gerichtlich zur Übernahme zum vereinbarten Preis zwingen. Fachleute schätzten, dass Musk kaum Chancen hatte, den Rechtsstreit zu gewinnen.

Was wird jetzt aus Twitter? Mit dieser Frage hat sich SWR3-Redakteur Klaus Sturm beschäftigt:

SWR3 Topthema (Foto: SWR3)

Topthema vom 28.10.2022 Musk und Twitter - und wie geht's weiter?

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Was wird jetzt aus dem Messenger-Dienst Twitter? Das fragen sich viele, seitdem klar ist, dass der Tech-Unternehmer und Milliardär Elon Musk Twitter nun doch übernommen hat. Vor allem Rechts-Populisten jubeln jetzt, dass künftig auch wieder radikale extremistische Ansichten über twitter verbreitet werden könnten, dass eine Kontrolle oder Einschränkung wie bisher nicht mehr stattfinde. Andere sehen genau das als Gefahr – aber was ist da eigentlich dran?

Musk: Twitter hat falsche Angaben gemacht

Musks plötzlichen Rücktritt vom Kaufvertrag begründeten seine Anwälte damit, dass Twitter falsche Angaben darüber gemacht habe, wie viele Nutzer dort tatsächlich aktiv und wie viele nur Fake-Accounts seien.

Bereits Mitte April hatte der Tesla- und SpaceX-Chef angekündigt, er wolle Twitter vollständig übernehmen. In Berichten hieß es schon damals, der vollständige Kauf würde Musk 44 Milliarden US-Dollar kosten. Zuvor hatte er bereits etwas mehr als neun Prozent der Anteile gekauft und war damit zum größten Aktionär des Dienstes aufgestiegen.

Danach hatte Musk öffentlich angezweifelt, dass wirklich so viele User auf Twitter unterwegs sind, wie von der Plattform behauptet. Er wollte von Twitter erst noch wissen, ob wirklich „nur“ höchstens jedes zwanzigste Profil ein Fake ist. Das Unternehmen soll ihm also die Zahl der echten Nutzer-Profile mitteilen, forderte er. Kritiker vermuteten, Musk wolle durch diese Aussage nur den Kaufpreis drücken.

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