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Russland versucht weiter, die Ukraine einzunehmen. Der Krieg hat auch Auswirkungen auf Europa und die ganze Welt. Alle Infos dazu.

Neuer Verteidigungsminister für die Ukraine

In der Ukraine zeichnet sich eine weitere Kabinettsumbildung ab. Laut Medienberichten muss der Verteidigungsminister Olexij Resnikow seinen Platz räumen, nachdem Korruptionsvorwürfe gegen ihn laut geworden sind. Der Vorsitzende der Parlamentsfraktion der Partei „Diener des Volkes“, David Arachamija, hat auf Telegram mitgeteilt, dass Resnikow auf den Posten des Ministers für strategische Industrie wechseln werde. Der bisherige Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow, soll demnach den Verteidigungsminister-Posten übernehmen.

Ukraine erwartet größere russische Offensive

Die Ukraine erwartet in diesem Monat eine größere russische Offensive. Sein Land verfüge aber über Reserven, um die Angreifer zurückzuhalten, obwohl nicht alle neuesten Militärgüter des Westens rechtzeitig eintreffen werden, sagte der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow. Russland könne den neuen Angriff aus symbolischen Gründen rund um den ersten Jahrestag der Invasion – am 24. Februar – starten. Das russische Militär sei jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht bereit.

Die von den USA zugesicherten Raketen mit größerer Reichweite werde das ukrainische Militär nicht einsetzen, um russisches Territorium anzugreifen, versprach Resnikow. Es würden nur russische Ziele in den besetzten Gebieten angegriffen. „Wir schießen nur auf russische Einheiten auf vorübergehend besetztem ukrainischem Territorium.“

Bennett: Putin versprach mir bei Treffen, Selenskyj nicht zu töten

Kremlchef Wladimir Putin hat dem ehemaligen israelischen Ministerpräsident Naftali Bennett nach dessen Angaben zu Beginn des Ukraine-Kriegs versprochen, den ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj nicht zu töten. Bennett erzählte bei einem Gespräch mit einem israelischen Journalisten, Putin habe dieses Versprechen bei einem Vermittlungsgespräch in Moskau im März vergangenen Jahres gemacht. Der damalige israelische Ministerpräsident Bennett war der erste westliche Spitzenpolitiker, der Putin nach Kriegsbeginn in Moskau besuchte. Anschließend reiste er nach Berlin weiter und beriet sich dort mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) über den Ukraine-Konflikt. Es folgten noch weitere Vermittlungsbemühungen zwischen Russland und der Ukraine, die letztlich aber erfolglos blieben.

Bennett veröffentlichte das Gespräch am Samstagabend auf seiner Facebook-Seite. Das Leben eines Anführers sei im Konflikt am wertvollsten, sagte Bennett. „Ich wusste, dass Selenskyj in Gefahr ist, er war in einem Bunker, dessen Standort unbekannt war.“ Nach etwa drei bis vier Stunden des Gesprächs habe er den russischen Präsidenten deshalb gefragt, ob er Selenskyj töten wolle. Putin habe dies verneint. Bennett sagte, er habe Putin gebeten, ihm sein Wort zu geben. „Er sagte: 'Ich werde Selenskyj nicht töten'“.

Erster Leopard-2-Panzer aus Kanada auf dem Weg in die Ukraine

Der erste der vier von Kanada versprochenen Leopard-2-Panzern ist auf dem Weg in die Ukraine. Ein Flugzeug der kanadischen Luftwaffe „startete in Halifax mit dem ersten Leopard-2-Kampfpanzer, den wir der Ukraine liefern“, erklärte die kanadische Verteidigungsministerin Anita Anand auf Twitter.  „Kanada ist solidarisch mit der Ukraine und wir werden die ukrainischen Streitkräfte weiterhin mit der Ausrüstung versorgen, die sie für einen Sieg brauchen“, fügte die Ministerin hinzu. In einem weiteren Beitrag auf Twitter veröffentlichte Anand ein Video, das die Beladung des Flugzeugs mit dem Panzer und den Start der Maschine zeigt. Kanada hatte Ende Januar verkündet, vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges vier Leopard-2-Kampfpanzer aus deutscher Produktion an die Ukraine liefern zu wollen.

Battle tanks are on their way to help Ukraine. The first Canadian Leopard 2 is en route. Canada's support for Ukraine is unwavering. https://t.co/gnkOC50yKk

Selenskyj: Lage an der Front wird „schwieriger“

Die Lage an der Front in der Ukraine wird nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj „schwieriger“. „In den 346 Tagen dieses Krieges habe ich oft gesagt, dass die Lage an der Front schwierig ist und dass sie immer schwieriger wird“, sagte der ukrainische Präsident in seiner täglichen Videoansprache. „Jetzt sind wir wieder an einem solchen Punkt. Einem Punkt, an dem die Besatzer zunehmend ihre Kräfte mobilisieren, um unsere Verteidigung zu durchbrechen“, fügte Selenskyj hinzu. Die Lage in „Bachmut, Wuhledar, Lyman und anderen Regionen“ sei schwierig.

Laut der Vizeverteidigungsministerin Hanna Maljar konnte die Ukraine einen Angriff auf Bachmut erfolgreich abwehren: „In dieser Woche haben die russischen Besatzungstruppen alle Anstrengungen unternommen, um unsere Verteidigung zu durchbrechen und Bachmut einzukesseln.“ Aber dank der „Widerstandsfähigkeit unserer Soldaten“ sei ihnen dies nicht gelungen, fügte sie hinzu.

Der Chef der russischen Söldnergruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, sagte, im Norden der Stadt Bachmut werde weiter heftig gekämpft. Seine Söldner kämpften „um jede Straße, jedes Haus, jedes Treppenhaus“ gegen ukrainische Truppen, die sich nicht zurückzögen, sagte er.

EU-Boykott: Kein Öl mehr aus Russland

Das Öl-Produkte-Embargo der EU ist in Kraft getreten. Damit dürfen Ölprodukte aus Russland nicht mehr in die Europäische Union importiert werden. Die entsprechende Verordnung ist bereits im Juni vergangenen Jahres in Kraft getreten, sah aber eine lange Übergangsfrist vor. Ebenfalls gilt ab jetzt eine Regelung, die Russland dazu zwingen soll, Erdölprodukte künftig unter dem Marktpreis an Abnehmer in anderen Staaten zu verkaufen. Beides soll dazu beitragen, Russlands Gewinne zu reduzieren und damit die Fähigkeit zur Kriegsführung einzuschränken.

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Ukraine und Russland tauschen Gefangene aus

Die Ukraine und Russland haben Kriegsgefangene ausgetauscht. Das teilte das Präsidialamt in Kiew mit. Demnach kehrten 116 ukrainische Gefangene zurück. Das Verteidigungsministerium in Moskau sprach von 63 freigelassenen russischen Soldaten. Der Austausch sei durch die Vermittlung der Vereinigten Arabischen Emirate möglich geworden.

Russland: Auswirkungen des Öl-Preisdeckels gering

Russland hat auf die Ankündigung westlicher Staaten gelassen reagiert, einen Preisdeckel für russische Ölprodukte einzuführen. Das Energieministerium in Moskau teilte mit, die Auswirkungen auf den eigenen Ölsektor seien gering. Die EU und andere westliche Staaten haben den Preisdeckel auf 100 Dollar pro Barrel für russische Kraftstoffe wie Diesel oder Kerosin festgelegt. Für Produkte wie Heizöl liegt der Preisdeckel bei 45 Dollar. Er soll ab Sonntag gelten und die Einnahmen begrenzen, mit denen Russland den Ukraine-Krieg finanziert.

Russisches Militär greift Ziele in neun ukrainischen Regionen an

Das russische Militär hat nach ukrainischen Angaben Ziele in neun Regionen im Süden, Norden und Osten der Ukraine angegriffen. Dabei wurden innerhalb der vorangegangenen 24 Stunden mindestens drei Zivilisten getötet, wie das ukrainische Fernsehen am Samstag unter Berufung auf die Gouverneure der betroffenen Regionen berichtete. In Donezk im Osten des Landes kamen zwei Menschen durch russischen Granaten- und Raketenbeschuss ums Leben, wie Gouverneur Pavwlo Kyrylenko in einem Telegramm-Update mitteilte. 14 weitere wurden verletzt. Einige der Opfer waren auf einen Einschlag russischer Raketen in der Stadt Torezk zurückzuführen, wo am Freitag nach Angaben des Gouverneurs 34 Häuser, zwei Kindergärten, eine Ambulanz, eine Bibliothek und ein Kulturzentrum beschädigt wurden. Gouverneur Oleh Synjehubow berichtete von sieben Jugendlichen, die am Freitagabend in der Stadt Isjum im Nordosten Splitterwunden erlitten hätten, als eine Antipersonenmine explodierte. Alle wurden nach Angaben des Gouverneurs im Krankenhaus versorgt und waren nicht in Lebensgefahr.

Stromausfall in Odessa nach schwerem Unfall in Umspannwerk

In der südukrainischen Hafenstadt Odessa ist nach Regierungsangaben infolge eines schweren Unfalles in einem Umspannwerk der Strom ausgefallen. „Die Situation ist schwierig“, teilt Ministerpräsident Denys Schmyhal auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. „Das Ausmaß des Unfalles ist erheblich, es ist unmöglich, die Stromversorgung schnell wiederherzustellen.“ Dies gelte insbesondere für die kritische Infrastruktur. Das Umspannwerk sei zuvor mehrfach von russischen Raketen beschädigt worden.

Portugal will Leopard-2-Panzer an die Ukraine liefern

Portugal wird nach Aussagen von Ministerpräsident Antonio Costa Leopard-2-Panzer an die Ukraine liefern. „Wir arbeiten derzeit daran, einige unserer Panzer abgeben zu können“, sagte er der Nachrichtenagentur Lusa auf einer Reise in die Zentralafrikanische Republik. „Ich weiß nicht, wie viele Panzer (in die Ukraine) geschickt werden, aber das wird zu gegebener Zeit bekanntgemacht.“ Portugal sei in Gesprächen mit Deutschland, um Teile für die Reparatur einiger nicht einsatzfähiger Panzer aus dem portugiesischen Bestand zu bekommen.

USA schicken beschlagnahmtes Oligarchen-Geld an Ukraine

Die USA haben in einer ersten Überweisung Geld an die Ukraine geschickt, welches aus dem beschlagnahmten Vermögen eines russischen Oligarchen stammt. Das teilte US-Justizminister Merrick Garland dem Sender CNN mit. Demnach sei die Summe von 5,4 Millionen Dollar – umgerechnet rund 4,7 Millionen Euro – an die Ukraine gegangen. Sie stamme aus dem Vermögen des russischen Milliardärs Konstantin Malofejew.

Der ukrainische Generalstaatsanwalt Andrij Kostin kündigte an, das Geld solle in den Wiederaufbau der Ukraine fließen. Es sei eine „Pflicht, dafür zu sorgen, dass das ukrainische Volk eine Entschädigung für den gesamten, enormen Schaden erhält“.

Ukrainischer Botschafter: Gipfel in Kiew „eindeutiges“ Signal für EU-Beitritt

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, hat das Treffen von EU-Spitzenvertretern mit der ukrainischen Führung in Kiew als klares Signal für den Willen der Europäischen Union begrüßt, die Ukraine in die Gemeinschaft aufzunehmen. „Die Botschaft dieses Tages ist eindeutig: Die Ukraine wird EU-Mitglied werden“, sagte Makeiev dem Kölner Stadt-Anzeiger am Samstag. Sein Land werde „alles dafür tun, den Beitrittsprozess so schnell wie möglich abzuschließen“.

Die Ukraine ist seit dem vergangenen Jahr offiziell EU-Beitrittskandidat und fordert einen schnellen Beitritt, möglichst schon innerhalb der nächsten zwei Jahre. An dem Spitzentreffen in Kiew hatten am Freitag von EU-Seite unter anderem Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Charles Michel teilgenommen. Sie lobten die „beträchtlichen Anstrengungen“ der Ukraine hinsichtlich ihrer Bewerbung um die Mitgliedschaft. Konkrete Zusagen zum Zeitpunkt der Aufnahme von Beitrittsverhandlungen gab es aber weiterhin nicht.

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63 russische Kriegsgefangene von Ukraine freigelassen

Russischen Nachrichtenagenturen zufolge sind als Ergebnis von Verhandlungen mit der Ukraine 63 russische Kriegsgefangene frei gelassen worden. Zu dieser Gruppe zählten auch Soldaten der „sensiblen Kategorie“, deren Austausch durch die Vermittlung der Vereinigten Arabischen Emirate ermöglicht worden sei, berichteten die Agenturen unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium.

Russische Grenzregion ruft Terroralarm nach Fabrikbeschuss aus

In der russischen Grenzregion Belgorod nahe der Ukraine haben die Behörden wegen des Beschusses einer Fabrik auf unbegrenzte Zeit Terroralarm ausgerufen. „In Borisowka wurde in der Nacht ein ziviles Industrieobjekt von den ukrainischen Streitkräften attackiert“, schrieb der Gouverneur von Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, am Samstag auf seinem Telegram-Kanal. Es sei daher offensichtlich notwendig, die Alarmstufe Gelb – erhöhte Terrorgefahr – auf unbegrenzte Zeit zu verlängern. Bisher konnten Gouverneure Terroralarm nur für maximal 15 Tage in ihrer Region verhängen.

Anfang der Woche hatte Kremlchef Wladimir Putin per Dekret, den Gouverneuren die Möglichkeit zur Verhängung des Terroralarms auf unbegrenzte Zeit eingeräumt. Bei erhöhter Terrorgefahr, den Alarmstufen Gelb und Rot, werden die Freiheitsrechte der örtlichen Bevölkerung beschnitten, zum Beispiel durch Ausgangssperren oder Fahrzeug- und Personenkontrollen. Vor Belgorod haben bereits die Grenzregionen Kursk und Brjansk ein solches Anti-Terror-Regime in dieser Woche verhängt.

USA liefern weitere Militärhilfen

Die USA haben der Ukraine weitere Militärhilfen im Wert von umgerechnet rund zwei Milliarden Euro zugesagt. Die geplante Lieferung umfasst unter anderem Flug- und Panzerabwehrraketen, teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Die USA sind der wichtigste Lieferant von Rüstungsgütern an die Ukraine. Die EU hat der Ukraine volle Unterstützung bei deren Wunsch nach baldiger Mitgliedschaft zugesagt. Das ist in der Abschlusserklärung des Gipfels in Kiew formuliert worden. Zeitliche Perspektiven gibt es noch nicht. Beitrittsverhandlungen sind an klare Bedingungen geknüpft.

Baltenstaaten machen Druck bei Waffenlieferungen

Die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen haben mehr Tempo bei den westlichen Waffenlieferungen an die Ukraine verlangt. „Die kommenden Monate werden sehr schwierig. Sie könnten sogar entscheidend für diesen Krieg sein“, sagte die litauische Regierungschefin Ingrida Simonyte nach einem Dreier-Treffen in Tallinn. „Deshalb müssen wir unsere Unterstützung für die Ukraine beschleunigen und verstärken – vor allem die militärische Hilfe.“

Auch die estnische Gastgeberin Kaja Kallas warnte, dass die Hilfe für das von Russland angegriffene Land nicht zu spät kommen dürfe. „Es sollte jetzt jedem klar sein, dass der Preis der Aggression mit jedem Zögern, mit jeder Verzögerung steigt.“ Lettlands Regierungschef Krisjanis Karins sagte: „Wir unterstützen das Ersuchen der Ukraine nach Ausrüstung, die es ihnen ermöglicht, den Krieg zu gewinnen.

Von der Leyen: „Keine starren Fristen“ für EU-Beitritt der Ukraine

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat beim EU-Gipfel in Kiew betont, es gebe mit Blick auf einen möglichen Beitritt der Ukraine in die Europäische Union „keine starren Fristen“, jedoch müsse die ukrainische Regierung gewisse Ziele erreichen, damit die Aufnahme möglich werde.

Des Weiteren stellte von der Leyen ein weiteres Sanktionspaket der EU in Aussicht, das vorrangig auf Technologie abzielen werde, die etwa in russischen Drohnen eingesetzt werde.

Die Spitzen der EU verhandeln zurzeit in Kiew mit der ukrainischen Regierung über weitere Hilfen für das von Russland angegriffene Land. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte vor den Gesprächen EU-Beitrittsverhandlungen, die noch in diesem Jahr starten sollten.

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Ukraine ermittelt gegen Chef der Söldnergruppe Wagner

Die Ukraine ermittelt wegen Kriegsverbrechen gegen den Chef der russischen Söldnergruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin. Der Wagner-Chef sei gemäß ukrainischem Strafrecht darüber informiert worden, teilt der ukrainische Generalstaatsanwalt Andrij Kostin mit. „Der Leiter dieser Gruppe ist unmittelbar verantwortlich für Tausende Kriegsverbrechen. Er räumt seine Rolle in dem Krieg gegen die Ukraine öffentlich ein und löst mit Erlaubnis des Kreml Personalprobleme mit der Rekrutierung tausender Häftlinge“, sagt er.

Leopard-1-Panzer: Regierung erteilt Ausfuhrgenehmigung

Die Bundesregierung hat eine Exportgenehmigung für Kampfpanzer des Typs Leopard 1 in die Ukraine erteilt. Das bestätigte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Freitag in Berlin, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Bisher hatte die Bundesregierung nur die Lieferung der moderneren Leopard-2-Panzer aus Bundeswehrbeständen in die Ukraine angekündigt.

Krim-Behörden verstaatlichen Ukrainer-Eigentum

Die von Russland installierte Verwaltung der Krim hat ukrainische Politiker und Geschäftsleute enteignet. Insgesamt hätten die Behörden nach eigenen Angaben rund 500 Immobilien auf der Halbinsel verstaatlicht, darunter auch Banken sowie Tourismus- und Sportstätten. Das Dekret richte sich gegen „Komplizen des Kiewer Regimes“, schrieb der Sprecher des Krim-Parlaments, Wladimir Konstantinow, auf Telegram. Die beschlagnahmten Immobilien gehörten unter anderem dem ehemaligen ukrainischen Ministerpräsidenten Arsenij Jazenjuk und den Geschäftsleuten Igor Kolomoisky, Rinat Achmetow und Serhij Taruta.

Schmid: Keine Jahreszahlen für Beitritt nennen

Vor der Entscheidung über den Beginn von EU-Beitrittsverhandlungen der Ukraine muss nach Meinung des außenpolitische Sprechers der SPD der Fortschrittsbericht der EU-Kommission abgewartet werden. „Klar ist, dass ein schneller Beginn ein politisches Signal der Unterstützung wäre“, sagte Nils Schmid der Nachrichtenagentur Reuters. Er verweist darauf, dass bei den Beitrittsverhandlungen die EU-Standards erfüllt werden müssten. Jahreszahlen für eine Aufnahme zu nennen, halte er deshalb für falsch. „Zudem muss die Territorialfrage vor einem Beitritt geklärt sein.“ Die EU nimmt keine Staaten mit ungeklärten Territorialfragen auf. Diese Klärung sei aber nicht für die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen erforderlich.

Hofreiter: EU-Beitritt der Ukraine innerhalb von fünf Jahren?

Die Ukraine könnte dem Vorsitzenden des Europaausschusses im Bundestag, Anton Hofreiter (Grüne), zufolge innerhalb von fünf Jahren der EU beitreten. Zwei Jahre seien unrealistisch, zehn Jahre dürften es aber auch nicht sein, sagte Hofreiter in der ARD. Es brauche eine Mischung, fünf Jahre seien ein guter Zeitraum. Die Ukraine hofft auf einen schnellen EU-Beitritt. Es sei kaum vorstellbar ein Land aufzunehmen, in dem Krieg herrsche. Auch die EU brauche Reformen, sagte Hofreiter weiter. Trotzdem könne verhandelt werden. Ansonsten blockiere man sich gegenseitig. Am Freitag kommen in Kiew EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsidente Charles Michel mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammen.

Selenskyj will zügige EU-Beitrittsverhandlungen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine konkrete Perspektive für einen EU-Beitritt seines Landes gefordert. In einer Ansprache sagte Selenskyj, er glaube, dass es die Ukraine verdiene, schon in diesem Jahr Verhandlungen über eine EU-Mitgliedschaft aufzunehmen. Die Ukraine ist seit vergangenem Jahr Beitrittskandidat. Der Weg zu einer Mitgliedschaft kann Jahre dauern.

Bundesregierung will Weitergabe von Panzern genehmigen

Die Bundesregierung will nach Recherchen der Süddeutschen Zeitung nun auch Leopard-Kampfpanzer aus Industriebeständen für die Ukraine freigeben. Die Lieferung könne erfolgen, sobald die Panzer instandgesetzt seien, berichtet die SZ und beruft sich auf Regierungskreise. Allerdings gebe es Munitionsengpässe. Vergangene Woche hatte das Kabinett entschieden, 14 Leopard-Kampfpanzer aus Bundeswehr-Beständen an die Ukraine zu liefern. Außerdem erlaubte sie anderen Staaten die Lieferung solcher Kampfpanzer aus deutscher Produktion.

Größter Erdgasspeicher morgen wieder in Betrieb

Nach einem technischen Defekt wird der größte deutsche Gasspeicher im niedersächsischen Rehden morgen wieder in Betrieb genommen. Ab dem frühen Morgen solle die Anlage wieder Gas ausspeichern können, teilte die Betreiberfirma mit. Vor zwei Tagen war es zu einer Verpuffung gekommen. Der Defekt sei inzwischen gefunden worden, so das Unternehmen weiter. Der Vorfall habe keine Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit. Die Gasspeicher in Deutschland spielen eine Schlüsselrolle bei den Bemühungen, die von Russland nicht mehr gelieferten Gasmengen ersetzen.

EU kündigt neue Sanktionen gegen Russland an

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat offiziell neue Sanktionen gegen Russland angekündigt. Die EU wolle bis zum 24. Februar ein zehntes Strafpaket fertigstellen, so von der Leyen in Kiew. Die Sanktionen sind bereits in Vorbereitung, sie sehen neue Einreise- und Vermögenssperren für Verantwortliche in Russland und Belarus vor. Von der Leyen und 15 weitere Mitglieder der EU-Kommission sind heute Morgen zu einem Besuch in Kiew eingetroffen. Sie wollen dort mit Regierungsmitgliedern über eine weitere Annäherung der Ukraine an die EU sprechen.

Österreich weist vier russische Diplomaten aus

Österreich weist vier in Wien tätige russische Diplomaten aus. Sie müssen bis zum 8. Februar das Land verlassen, wie das Außenministerium heute mitteilte. Sie hätten mit dem Diplomatenstatus unvereinbare Handlungen durchgeführt.

Stellungnahme des österreichischen Außenministeriums betreffend vier russische Diplomaten in Wien https://t.co/39MnRFx1tJ

EU-Kommissionspräsidentin und 15 andere Kommissionsmitglieder in Kiew

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und 15 andere Kommissionsmitglieder sind am Morgen zu Gesprächen mit der ukrainischen Regierung in Kiew eingetroffen. Man wolle zeigen, dass die EU so fest wie eh und je zur Ukraine stehe, schrieb von der Leyen auf Twitter. Höhepunkt der Reise soll ein EU-Ukraine-Gipfel morgen werden, zu dem auch EU-Ratspräsident Charles Michel erwartet wird.

Good to be back in Kyiv, my 4th time since Russia‘s invasion. This time, with my team of Commissioners. We are here together to show that the EU stands by Ukraine as firmly as ever. And to deepen further our support and cooperation. https://t.co/zf8fvoNKnG

Russland will ukrainische Armee aus Nähe russischer Grenze verdrängen

Russland will nach den Worten von Außenminister Sergej Lawrow auf die Lieferung westlicher Waffen mit größerer Reichweite mit einer Verschiebung der Fronten reagieren. Die russischen Truppen würden die ukrainische Armee aus dem Grenzgebiet zu Russland verdrängen, kündigt er im Fernsehen an. Dadurch solle eine Art Sicherheitskorridor geschaffen werden.

Ukrainische Soldaten zur Ausbildung in Deutschland

Die 70 ukrainischen Soldaten werden für das Flugabwehrraketensystem Patriot ausgebildet. Das Training beginnt am Donnerstag. Deutschland möchte die Ukraine mit einem Patriot-System im Krieg gegen Russland unterstützen.

Russische Rakete schlägt in Wohnhaus ein

Bei einem russischen Angriff auf die ostukrainische Stadt Kramatorsk sind offiziellen Angaben zufolge mindestens drei Menschen getötet worden. Weitere 20 wurden verletzt. Eine Rakete war in ein Wohnhaus eingeschlagen. Insgesamt beschädigte die Rakete acht Wohnhäuser.

Die Lage in der Ukraine am Abend

Krieg gegen die Ukraine ++ EU-Kommissionsvertreter reisen nach Kiew ++

EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen trifft die Regierung in Kiew. Geplant sind unter anderem Gespräche über einen EU-Beitritt der Ukraine. 30.000 ukrainische Soldaten sollen i…

Ukraine: Haben genug Erdgas für diesen Winter

Die Ukraine verfügt nach eigenen Angaben über genug Erdgas-Reserven, um durch diesen Winter zu kommen. Stand heute seien elf Milliarden Kubikmeter eingelagert, erklärt der Energieminister. Zudem stünden für die Stromgewinnung 1,2 Millionen Tonnen Kohle zur Verfügung. Der staatliche Energieversorger Naftogas gibt zudem bekannt, dass die norwegische Regierung etwa 200 Millionen Euro zum Kauf von Erdgas beigesteuert hat. Russische Luftangriffe haben nach ukrainischer Darstellung etwa 40 Prozent der Energie-Infrastruktur des Landes beschädigt.

EU-Staaten sollen weitere 15.000 ukrainische Soldaten ausbilden

Der Umfang der aktuellen EU-Ausbildungsmission für die ukrainischen Streitkräfte soll verdoppelt werden. Als neues Ziel sei vorgesehen, 30.000 ukrainische Soldatinnen und Soldaten in EU-Staaten auszubilden, teilten mehrere EU-Beamte in Brüssel mit. Bislang war das Ziel, ingesamt rund 15.000 Soldaten zu trainieren.

Der Start der Ausbildungsmission der EU war im November von den Außenministerinnen und -ministern der Mitgliedstaaten beschlossen worden. Die EU will mit dem Einsatz dazu beitragen, dass sich die ukrainischen Truppen künftig noch besser als bislang gegen die Angreifer aus Russland verteidigen können.

Lettland will bei Teilnahme von Russland auf Olympische Spiele verzichten

Lettland will keine Athleten bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris antreten lassen, sollten Russland und Belarus daran teilnehmen und der Krieg in der Ukraine andauern. „Wenn wir die Entscheidung jetzt fällen müssten, würden wir an solchen Wettbewerben nicht teilnehmen“, sagte ein Sprecher für das lettische Olympische Komitee. Die Spiele fänden aber erst in anderthalb Jahren statt. „Wir werden sehen, was in der Ukraine passiert. Wir hoffen, dass das ukrainische Volk gewinnt und wir in einer ganz anderen Situation sind.“

Das Internationale Olympische Komitee hatte angedeutet, dass russische und belarussische Sportler mit einem neutralen Status starten könnten. Dies ermöglicht es ihnen an den Qualifikationswettbewerben teilzunehmen, so das IOC. Gegen diesen Vorschlag gab es heftige Kritik – auch von Seiten der ukrainischen Regierung.

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Das IOC steht international wegen der möglichen Wiederzulassung russischer und belarusischer Sportler in der Kritik. Während Russland die Zulassung fordert, widerspricht Wladimir …

Berater von Selenskyj: Gespräche über Raketen und Kampfjets laufen

Einem hochrangigen Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge laufen derzeit Gespräche über die Lieferung von Raketen mit einer längeren Reichweite sowie Kampfjets. „Jede Kriegsphase erfordert bestimmte Waffen“, schreibt Mychailo Podoljak auf Twitter. Eine Koalition für Panzer, die Lieferung, Logistik und Training umfasse, gebe es bereits. „Es gibt bereits Gespräche über Raketen mit längerer Reichweite und die Bereitstellung von Kampfjets.“

Each war stage requires certain weapons. Amassing RF’s reserves in the occupied territories require specifics from 🇺🇦 & partners. So: 1. There is already a tank coalition (logistics, training, supply). 2. There are already talks on longer-range missiles & attack aircraft supply.

Netanjahu erwägt Waffenlieferung an die Ukraine und bietet sich als Vermittler an

Nach langem Zögern denkt der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu nun über Militärhilfe für die Ukraine nach. Befragt nach einer möglichen Lieferung beispielsweise des israelischen Raketenabwehrsystems Iron Dome an Kiew sagte er am Dienstag dem US-Fernsehsender CNN: „Nun, ich denke darüber nach.“ Zugleich bot er sich als möglicher Vermittler an – wenn die Kriegsparteien und die USA ihn darum bitten würden.

Zuvor hatten unter anderem die USA Druck auf Israel ausgeübt, die Ukraine im Kampf gegen die russischen Aggressoren aktiv zu unterstützen. Allerdings machte Netanjahu auch jetzt keine konkreten Zusagen. Israel hat seit Beginn des Ukraine-Kriegs die Beziehung zu Russland aufrechterhalten, das unter anderem den Luftraum in Israels Nachbarland Syrien kontrolliert.

Keine russische Regierungsvertreter zur Münchner Sicherheitskonferenz eingeladen

Vertreter der russischen Regierung sind in diesem Jahr nicht zur Münchner Sicherheitskonferenz eingeladen. Dies sagte Konferenz-Chef Christoph Heusgen in MDR Aktuell. Die jährlich von hochrangigen Politikern vieler Staaten besuchte Veranstaltung wolle kein Podium für die Propaganda des russischen Präsidenten Wladimir Putin bieten.

Die Äußerungen, die wir tagtäglich aus dem Kreml hören, lassen eben nicht darauf schließen, dass nur ein Jota von dem abgegangen wird, was Putin als Kriegsziel ausgegeben hat, nämlich die Zerstörung der Ukraine“, sagte Heusgen. Statt Regierungsmitgliedern seien aus Russland Vertreter der Zivilgesellschaft und der Opposition eingeladen worden. Zu ihnen gehörten der ehemalige Schachweltmeister Garri Kasparow und der Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski.

Habeck gegen Lieferung von Kampfjets

Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) ist gegen die Lieferung von Kampfjets an die Ukraine. Das Land brauche maximale Unterstützung, allerdings ohne dass Deutschland dabei selbst Kriegspartei werde, sagte der Grünen-Politiker im ZDF. Da für moderne Kampfjets die Wartung von Seiten des Westens benötigt werde, würde man damit wahrscheinlich einen Schritt zu weit gehen.

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SWR3

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