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Russland versucht weiter, die Ukraine einzunehmen: Während die Welt den Einmarsch verurteilt, zerstören russische Truppen Städte und Infrastruktur. Alle Infos dazu.

Alle aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Krieg

Krieg gegen die Ukraine ++ Selenskyj: Wollen alle Städte zurückerobern ++

Der ukrainische Präsident Selenskyj will die von Russland eingenommenen Städte zurückerobern. Der britische Premier Johnson hat der Ukraine einen weiteren Kredit in Höhe von 525 M…  mehr...

Grünen-Chef: G7 muss Signal der Unterstützung für Ukraine senden

Der Co-Vorsitzende der Grünen, Omid Nouripour, hat die G7 vor ihrem Treffen im bayerischen Elmau dazu aufgerufen, die Ukraine und die Länder des globalen Südens stärker zu unterstützen. „Es ist Aufgabe der wirtschaftsstärksten demokratischen Industrienationen, gemeinsam und abgestimmt für den Schutz von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten einzustehen. Dafür muss der G7-Gipfel laute Stimme sein und konkrete Schritte vereinbaren“, sagte Nouripour den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

„Vom G7-Gipfel muss ein starkes Signal der Unterstützung ausgehen, sowohl für die Ukraine als auch für die Länder des globalen Südens.“ Es dürfe keine Kriegsmüdigkeit einkehren. „Die militärische und finanzielle Unterstützung für die Ukraine muss auch in der nächsten Phase des Konflikts weitergehen. Darüber hinaus braucht es weitere finanzielle Hilfen für die Länder des globalen Südens, die von den Folgen des Krieges hart getroffen sind.“

Ukraine-Krieg dominiert G7-Gipfel – Scholz trifft Biden

Die G7-Staats- und Regierungschefs treffen heute im bayerischen Schloss Elmau zu Beratungen zusammen. Dabei überschattet der russische Angriff auf die Ukraine den Gipfel der sieben wichtigsten westlichen Industrieländer.

Gastgeber Olaf Scholz sei ein klares Signal der Geschlossenheit und Entschlossenheit wichtig, heißt es in deutschen Regierungskreisen. Scholz wird noch am Sonntag mit US-Präsident Joe Biden zu einem bilateralen Gespräch zusammenkommen. Auf der Agenda der G7 stehen nach amerikanischen Angaben etwa weitere Sanktionen wie ein Gold-Embargo gegen Russland.

Am Sonntag, 26. Juni 2022, startet der #G7-Gipfel auf Schloss Elmau. Die #ARD berichtet live, mit Sondersendungen und Extra-Ausgaben vom Treffen der Staats- und Regierungschef:innen: @tagesschau24 @BR_Presse @BR24 @phoenix_de https://t.co/SmiZtXKBEp

Selenskyj: Wir bekommen alle Städte zurück

Nachdem die ukrainische Stadt Sjewjerodonezk unter russische Kontrolle geraten ist, hat Präsident Selenskyj seinen Landsleuten nochmals Mut zugesprochen. Er sagte in einer Video-Botschaft, er rechne damit, dass die Ukraine alle Städte zurückbekommen werde.

In den vergangenen 24 Stunden sei das Land von 45 russischen Raketen getroffen worden. Unter Beschuss war offenbar auch wieder die nukleare Forschungseinrichtung in Charkiw. Die ukrainische Atomaufsicht meldet, dass es derzeit keine erhöhten Strahlenwerte gebe.

Angriffe auf Westukraine: mindestens drei Tote

Bei einem Raketenangriff auf die westukrainische Stadt Sarny sind nach Behördenangaben mindestens drei Menschen getötet worden. Vier weitere wurden verletzt ins Krankenhaus gebracht. Es seien eine Autowaschanlage und eine Werkstatt getroffen worden, teilte der zuständige Chef der Militärverwaltung am Samstagabend der Nachrichtenagentur Unian zufolge mit.

G7-Insider: Konstruktive Gespräche über Preisdeckelung

Die G7-Staaten haben nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen „konstruktive“ Gespräche über Ideen eines Preisdeckels für russische Energieimporte geführt. Details werden nicht genannt.

Erdogan sperrt sich weiter gegen NATO-Beitritt Schwedens

Der türkische Präsident Tayyip Recep Erdogan erwartet einem Medienbericht zufolge von Schweden verbindliche Schritte, um die Bedenken seines Landes gegen eine NATO-Norderweiterung zu zerstreuen. Erdogan habe in einem Telefonat mit der schwedischen Ministerpräsidentin Magdalena Andersson „konkrete und klare Maßnahmen“ als Reaktion auf die Forderungen der Türkei gefordert, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu. Er erwartet unter anderem, dass Schweden kurdische Aktivisten an die Türkei ausliefert.

Andersson bezeichnete das Gespräch mit Erdogan später auf Twitter als gut. Schweden und Finnland hatten vor kurzem gemeinsam ihre Mitgliedsanträge bei der NATO eingereicht. Sie wollen nach dem Einmarsch der Russen in der Ukraine dem westlichen Militärbündnis beitreten.

Das NATO-Mitglied Türkei droht jedoch mit einem Veto. Alle Mitglieder der Allianz müssen einem Beitritt zustimmen. Ein NATO-Treffen ist für nächste Woche in Madrid geplant.

Putin: Russland liefert „in kommenden Monaten“ atomwaffenfähige Raketen an Belarus

Russland wird nach Angaben von Präsident Wladimir Putin bald atomwaffenfähige Raketen an Belarus liefern. Wie Putin bei einem Treffen mit dem belarussischen Staatschef Alexander Lukaschenko ankündigte, wird Russland „in den kommenden Monaten“ das Raketensystem Iskander-M an Belarus liefern, das auch mit Atomsprengköpfen bestückt werden kann. Putin äußerte sich zu Beginn seines Treffens mit Lukaschenko in St. Petersburg.

Putin has announced that Russia will supply Belarus with Iskander-M missile systems. https://t.co/bGTK7vKZmN

Bürgermeister: Sjewjerodonezk „vollständig“ in der Hand der russischen Armee

Nach wochenlangen Kämpfen befindet sich die strategisch wichtige Stadt Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine nach Angaben ihres Bürgermeisters nun vollständig in den Händen der russischen Armee. Die Stadt sei von den russischen Streitkräften „vollständig besetzt“, sagte Bürgermeister Oleksandr Strjuk im ukrainischen Fernsehen.

Am Freitag hatten die ukrainischen Behörden den Rückzug der ukrainischen Armee aus der Stadt bekannt gegeben. Dort hatten die Kämpfe wochenlang hingezogen. Russische Truppen halten schon seit rund zwei Wochen große Teile der Stadt. Die Eroberung von Sjewjerodonezk in der Region Luhansk ist für Russland strategisch wichtig, um den gesamten Donbass, zu dem die Region Donezk gehört, einzunehmen.

Das unten stehende Video zeigt die Schwere der Kämpfe der vergangenen Tage:

-Update- Die Kämpfe in Sieverodonetsk dauern an #Ukraine #UkraineWar #UkraineKrieg #Sieverodonetsk https://t.co/sMUCOdYODa

Kaum noch ukrainische Soldaten in Sjewjerodonezk

Die ukrainischen Truppen haben die umkämpfte Stadt Sjewjerodonezk im Osten des Landes nach Angaben des Bürgermeister fast ganz geräumt. Leider hätten sie die Stadt fast ganz verlassen, sagt Bürgermeister Olexander Strjuk im staatlichen Fernsehen. Die Menschen, die in dem örtlichen Chemiewerk Schutz gesucht hätten, würden dort bis zum Ende der Kämpfe ausharren. Ob ein vollständiger Rückzug aus der strategisch wichtigen Frontstadt im Gange ist, bestätigte er nicht. Am Freitag hatten die Regionalbehörden angekündigt, dass die Ukraine ihre Truppen aus der Stadt abziehen werde, nachdem sie wochenlang den vorrückenden russischen Truppen standgehalten hatten.

Ukraine: Erste Erfolge mit US-Raketensystem

Die Ukraine meldet militärische Erfolge mit von den USA gelieferten Himars-Raketensystemen. Die Streitkräfte hätten damit Ziele des russischen Militärs auf ukrainischem Territorium getroffen, schreibt der Oberkommandierende der ukrainischen Streitkräfte, Walerij Saluschnyj, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram.

Russland: Dutzende polnische Kämpfer getötet

Russland hat nach eigenen Angaben bei Angriffen in der Ostukraine Dutzende polnische Kämpfer getötet. „Bis zu 80 polnische Söldner“ seien bei „Angriffen mit Hochpräzisionswaffen“ auf eine Zinkfabrik im Dorf Konstantinowka in der Region Donezk getötet worden, erklärte das russische Verteidigungsministerium. Außerdem gab das Ministerium die Zerstörung von „20 gepanzerten Kampffahrzeugen und acht Grad-Mehrfachraketenwerfer“ bekannt. Die Angaben ließen sich von unabhängiger Seite zunächst nicht überprüfen.

Ukraine: Schwere Angriffe im Norden

Die Ukraine meldet auch schwere Raketenangriffe aus dem Norden des Landes. Die russischen Streitkräfte hätten fast 30 Raketen auf eine militärische Infrastruktureinrichtung in der Nähe der Stadt Schytomyr abgefeuert, teilte Regionalgouverneur Witalij Bunetschko mit. Knapp zehn Raketen seien abgefangen und zerstört worden. Mindestens ein Soldat sei bei dem Angriff getötet worden. In der Region Tschernihiw sei die Kleinstadt Desna am Morgen unter massiven Raketenbeschuss geraten, teilt Gouverneur Wjatscheslaw Tschaus mit. Es habe keine Verletzten, aber Schäden an der Infrastruktur gegeben. Einzelheiten dazu nannte er nicht. In Desna befindet sich ein Ausbildungszentrum für die ukrainische Infanterie.

Deutschland zahlt Anteil an G7-Ukraine-Finanzhilfen

Deutschland überweist nach eigenen Angaben seinen Anteil an den G7-Finanzhilfen für die Ukraine. Einen Monat nachdem die sieben führenden Industriestaaten der Ukraine umfangreiche finanzielle Hilfen zugesichert hätten, zahle Deutschland seinen zugesagten Beitrag von einer Milliarde Euro aus, teilte Lindners Ministerium über Twitter mit. Die G7-Finanzminister hatten bei ihrem Treffen auf dem Petersberg bei Bonn Mitte Mai der Ukraine Hilfen über insgesamt 9,5 Milliarden Dollar zugesagt, um den Liquiditätsbedarf des von Russland angegriffenen Landes für die nächsten Monate zu sichern.

Wir handeln schnell. Nur einem Monat nachdem die @G7 der #Ukraine umfangreiche finanzielle Hilfen zugesichert hat, zahlt Deutschland seinen zugesagten Beitrag von 1 Mrd. Euro aus, so Minister @c_lindner in seinem Statement. #StandWithUkraine @SergiiMarchenk3 @ua_minfin https://t.co/SfcRO94KBj

Johnson befürchtet „schlechten Frieden“ für die Ukraine

Der britische Premierminister Boris Johnson befürchtet wegen der wirtschaftlichen Folgen des Krieges wachsenden europäischen Druck auf die Ukraine, ein nicht in ihrem Sinne liegendes Friedensabkommen mit Russland zu schließen. „Zu viele Länder sagen, dass dies ein europäischer Krieg ist, der unnötig ist ... und so wird der Druck wachsen, die Ukrainer zu einem schlechten Frieden zu bewegen - vielleicht sogar zu zwingen“, sagt Johnson zu Fernsehsendern in der ruandischen Hauptstadt Kigali, wo er an einem Commonwealth-Gipfel teilnimmt. Sollte der russische Präsident Wladimir Putin seinen Willen in der Ukraine durchsetzen können, seien die Folgen gefährlich für die internationale Sicherheit und „eine langfristige wirtschaftliche Katastrophe“, fügt er hinzu.

Russland greift ukrainische Militäranlage an

Bei einem russischen Raketenangriff auf eine Militäranlage in Jaworiw in der West-Ukraine sind nach Angaben der Behörden vier Menschen verletzt worden. Die russischen Streitkräfte hätten sechs Raketen vom Schwarzen Meer aus abgefeuert, sagt der Gouverneur der Region Lwiw, Maxym Kosyzkyj, in einer Videobotschaft. Vier Raketen hätten den Stützpunkt getroffen, zwei seien von der ukrainischen Luftabwehr abgefangen und zerstört worden. Bei einem russischen Angriff auf ein Ausbildungslager des ukrainischen Militärs in der Nähe von Jaworiw im März waren nach Behördenangaben 35 Menschen getötet und mindestens 130 verletzt worden.

Faeser: Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge bislang gut bewältigt

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sieht die Verteilung und Aufnahme der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in Deutschland größtenteils positiv. „Wir haben dafür gesorgt, dass Geflüchtete bei uns gute medizinische Versorgung, soziale Sicherheit und unmittelbaren Zugang zu Jobs haben“, sagte Faeser der Rheinischen Post. Das laufe am besten über die Jobcenter, die sich intensiv auf die Unterstützung vieler Geflüchteter vorbereitet hätten. Trotzdem bleibe dies eine große Kraftanstrengung. Gleiches gelte für die Schulen und Kitas, die geflüchtete Kinder aufgenommen hätten.

Özdemir setzt in der Weizenkrise nicht auf Russland

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Die Grünen) setzt nicht auf Russland, um eine weltweiten Hungerkrise zu vermeiden. Im ZDF sagte er, dass wegen der Blockade der Schwarzmeerhäfen schnell alternative Transportwege für Weizen aus der Ukraine gefunden werden müssten.

Innerhalb der Ukraine haben wir einen Preisverfall bei Getreide. Das heißt, es rechnet sich für viele ukrainische Bauern nicht mehr. Die überlegen sich jetzt umzusteigen auf andere Produkte. Die Ukraine braucht eine Perspektive, eine andere Route.

Özdemir warnte aber auch davor, zu vergessen, dass der Hunger in der Welt auch von der Klimakrise ausgelöst werde. Morgen treffen sich die Staats- und Regierungschefs in Bayern. Dabei soll es auch um die globale Nahrungsmittelsicherheit gehen.

Tausende Delfine im Schwarzen Meer wegen Kriegs gestorben

Naturschützer bringen den Tod von Tausenden Delfinen im Schwarzen Meer mit dem Russland-Ukraine-Krieg in Verbindung. Mindestens 3000 Tiere seien verendet, schrieb Forschungsleiter Iwan Rusew bei Facebook. Der Einsatz von Sonar-Technik und Explosionen hätten das „empfindliche Navigationssystem“ der Tiere zerstört. So könnten sie nicht mehr genug Fische fangen und seien deshalb anfälliger für Infektionskrankheiten. Die Folge sei, dass mehr Tiere sterben, erläuterte der Experte eines Nationalparks in der Nähe von Odessa im Süden der Ukraine.

Mögliche EU-Erweiterung gegen Russland gerichtet?

Das russische Außenministerium sieht den möglichen EU-Beitritt der Ukraine und der Republik Moldau als eine gegen Moskau gerichtete Politik. Die Europäische Union setze damit ihre Linie fort, in die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) zum Zweck der Eindämmung Russlands weiter vorzudringen, teilte Sprecherin Maria Sacharowa am Freitagabend in Moskau mit. „Dabei werden alle Mittel eingesetzt, vom finanziellen und wirtschaftlichen Druckmittel bis zur militärischen Unterstützung.“ Sacharowa erklärte, die EU habe zudem die sonst strengen Kriterien für einen Beitritt wie Korruptionsbekämpfung, Rechtsstaatlichkeit und Unabhängigkeit der Justiz beiseitegeschoben.

Bundesregierung will weitere Panzerhaubitzen liefern

Die Bundesregierung will der Ukraine weitere Panzerhaubitzen zur Abwehr des russischen Angriffs überlassen. Dazu laufen Gespräche mit den Niederlanden sowie einem weiteren europäischen Partner, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen des Verteidigungsministeriums in Berlin erfuhr. Die Ukraine hat bisher sieben Stück der Panzerhaubitze 2000 aus Deutschland erhalten sowie fünf der Waffensysteme aus den Niederlanden.

Aus Kiew war erklärt worden, dass man mit insgesamt 18 Haubitzen – also sechs weiteren Modellen – ein komplettes ukrainisches Artilleriebataillon ausrüsten könne. In Berlin gibt es den festen Willen, die Bitte zu erfüllen, wenn auch Partner liefern, so dass Deutschland drei oder nur zwei weitere Waffensysteme liefern würde, wurde der dpa erklärt.

Scholz gibt Russland Schuld an Nahrungsmittelkrise

Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gibt Russland die Schuld an der eskalierenden Nahrungsmittelkrise. „Für diese Zuspitzung trägt Russland die Verantwortung, und Russland ganz allein“, sagte der SPD-Politiker in einem Grußwort an die internationale Konferenz zur Lebensmittelsicherheit in Berlin.

Mit Blick auf das am Sonntag beginnende Treffen der G7-Staats- und Regierungschefs im bayerischen Elmau fügte Scholz hinzu: „Vom Gipfel wird eine klare Botschaft an die von Hunger bedrohten Menschen weltweit ausgehen. Wir sorgen dafür, dass Euer Leben nicht zum Spielball zynischer Machtinteressen wird.“

Ukraine bekommt deutsches Luftabwehrsystem

Die Ukraine soll ein modernes Luftabwehrsystem deutscher Herstellung erhalten. Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk machte den Vertragsabschluss am Donnerstag in ukrainischen Medien öffentlich. Nun bestätigte ihn auch der Hersteller gegenüber der ARD, ohne jedoch auf weitere Vertragsdetails einzugehen. Es handelt sich dabei um IRIS-T SLM, ein bodengestütztes Luftabwehrsystem. Es wird vom deutschen Rüstungskonzern Diehl Defence in Überlingen am Bodensee hergestellt.

Nach Angaben des Botschafters kann IRIS-T für den Schutz der Bevölkerung, wichtiger Gebäude, aber auch der Bodentruppen eingesetzt werden – mit einem Radius von 40 Kilometern. So könnte es auch Luftangriffe auf ganze Städte verhindern. Dafür werden Lenkflugkörper verwendet. Sie können Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper und Raketen abwehren.

Nach Melnyks Informationen sollen sich die Kosten für das Luftabwehrsystem auf mehr als 170 Millionen Euro belaufen, die die Bundesregierung übernehme. Wann IRIS-T an die Ukraine ausgeliefert werden kann, blieb jedoch unklar. Die ukrainische Seite rechnete mit Oktober. Der ukrainische Botschafter äußerte in der ukrainischen Presse die Hoffnung, dass das Land noch weitere zehn solche Luftabwehrsysteme aus Deutschland bekommt.​

Selenskyj: Wendepunkt für die Ukraine

Nach dem Erhalt des EU-Kandidatenstatus hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj von einem Wendepunkt für sein Land gesprochen. „Die Ukraine ist keine Brücke, kein Polster zwischen dem Westen und Russland, kein Puffer zwischen Europa und Asien, keine Einflusssphäre, keine graue Zone, kein Transitland“, sagte er in einer Videoansprache. Die Ukraine sei ein zukünftiger gleichrangiger Partner für mindestens 27 EU-Länder – kein Drittland mehr, sondern werde Mitglied der Europäischen Union.

Sincerely commend EU leaders’ decision at #EUCO to grant 🇺🇦 a candidate status. It’s a unique and historical moment in 🇺🇦-🇪🇺 relations. Grateful to @CharlesMichel, @vonderleyen and EU leaders for support. Ukraine’s future is within the EU. #EmbraceUkraine https://t.co/o6dJVmTQrn

Ukraine: Jetzt auch Lyssytschansk kurz vor Umzingelung

Nach dem Rückzug aus Sjewjerodonezk gerät auch dessen Zwillingsstadt Lyssytschansk immer stärker unter Druck: Der Bezirk Hirske südlich von Lyssytschansk in der ostukrainischen Region Luhansk sei am Morgen von den russischen Streitkräften „vollständig eingenommen“ worden, sagt der Chef der Kommunalverwaltung von Hirske, Olexij Babtschenko.

Es gebe vereinzelt noch kleinere Kämpfe in den Außenbezirken, „aber der Feind ist einmarschiert“. Mit dem Verlust von Hirske und weiteren Siedlungen in der Umgebung droht Lyssytschansk von drei Seiten von den russischen Truppen eingeschlossen zu werden.

Scholz und Biden treffen sich am Sonntag in Elmau

Bundeskanzler Olaf Scholz wird einem Regierungssprecher zufolge am Sonntagvormittag US-Präsident Joe Biden zu einem bilateralem Gespräch treffen. Das Treffen findet am Rande des G7-Gipfels in Bayern statt.

Ifo-Experte: Rezession zeichnet sich noch nicht ab

Ungeachtet der wachsenden Sorgen wegen der drohenden Gasknappheit steht der deutschen Wirtschaft dem Ifo-Institut zufolge kein unmittelbarerer Einbruch bevor. „Trotz erhöhter Unsicherheit zeichnet sich im Moment noch keine Rezession ab“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters.

„Allerdings: Die drohende Gasknappheit hat die Unsicherheit unter den Unternehmen deutlich erhöht.“

Berichte: Vertreter Russlands stirbt bei Anschlag in Cherson

Ein führender Vertreter der von Russland installierten Verwaltung in der besetzten ukrainischen Region Cherson ist nach Angaben der Behörden offenbar durch einen Bombenanschlag getötet worden. Dabei handele es sich um Dmitri Sawlutschenko, Chef des Ressorts Familie, Jugend und Sport der militärisch-zivilen Verwaltung, sagt der stellvertretende Verwaltungschef zu Reuters.

Habeck: „Putin will, dass sich unser Land zerlegt“

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) wirft dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vor, mit hohen Gaspreisen Unsicherheit in Deutschland schüren zu wollen. Dies sei „der beste Nährboden für einen Populismus, der unsere liberale Demokratie von innen aushöhlen soll“, sagt der Grünen-Politiker dem Spiegel. Diese Strategie dürfe nicht aufgehen.

Die Menschen in Deutschland trügen die hohen Preise und die hohe Inflation mit großer Geschlossenheit. Das sei eine starke Antwort auf Putins Plan, durch hohe Preise eine Spaltung der Gesellschaft zu erreichen.

„Putin will, dass sich unser Land zerlegt. Aber wir zerlegen uns nicht“, sagt Habeck. Angesichts der reduzierten Gaslieferungen aus Russland warnte er erneut vor einer engen Versorgungslage im Winter und rief zum Energiesparen auf. "Es wird auf jeden Fall knapp im Winter", so der Minister. "Wenn das Gas nicht ausreicht, müssten bestimmte Industriebereiche, die Gas benötigen, abgeschaltet werden."

Ukraine ordnet Rückzug aus umkämpfter Stadt Sjewjerodonezk an

Nach wochenlangem erbittertem Widerstand gegen die russischen Angreifer muss sich die ukrainische Armee aus der strategisch wichtigen Stadt Sjewjerodonezk zurückziehen. Sie gilt als entscheidend dafür, ob die gesamte Region Lukansk im Osten des Landes an Russland fällt.

Man habe den Rückzug der ukrainischen Truppen angeordnet, teilte der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, am Morgen auf Telegram mit.

„Wir müssen unsre Leute zurückziehen“, sagte er. „Es hat keinen Sinn, in zerstörten Stellungen zu bleiben, weil die Verluste in schlecht befestigten Gebieten täglich zunehmen werden.“ Die russischen Einheiten hatten die Stadt zuletzt schon fast vollständig eingenommen.

Die Grafik des amerikanische Institute of the Study of War zeigt, wie mittlerweile auch die benachbarte Zwillingsstadt Lyssytschansk praktisch eingekreist ist (rechts oben im Bild). Auch sie dürfte demnach nicht zu halten sein.

The Armed Forces of #Ukraine will retread from #Sieverodonetsk to new more fortfied positions. Our defenders have already received such a command. - Serhyi Gaidai. According to him, 90% of city is destroyed. https://t.co/AHJBppCdFn

Chef der Netzagentur warnt vor Ende der Gaslieferungen aus Russland

Wie schon Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) warnt auch der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, dass Russland die Lieferung von Gas nach Deutschland durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 vollständig einstellen könnte.

„Wir können es nicht ausschließen“, sagte er am Freitag im ARD-Morgenmagazin. Darum habe die Bundesnetzagentur verschiedene Szenarien berechnet. „Die meisten Szenarien sind nicht schön und bedeuten entweder zu wenig Gas am Ende des Winters oder aber schon - ganz schwierige Situation - im Herbst oder Winter.“

Bundesnetzagentur besorgt Warnung vor "riesigen Preissprüngen"

Die Gaspreise haben sich laut Bundesnetzagentur zuletzt teils versechsfacht. Noch sind die Mehrkosten nicht bei den Verbrauchern gelandet, doch die Behörde warnt. Kanzler Scholz w…  mehr...

Deutschlandtrend: Mehrheit der Deutschen für längere AKW-Laufzeiten

Einer Umfrage zufolge ist eine Mehrheit der Deutschen für einen längeren Betrieb der Atomkraftwerke. Für eine Verlängerung der Laufzeiten über Jahresende hinaus sprechen sich dem ARD–Deutschlandtrend zufolge 61 Prozent der Befragten aus, 32 Prozent seien dagegen:

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In Deutschland wird das Gas knapp, weshalb die Regierung händeringend nach Alternativen sucht. Laut ARD-DeutschlandTrend spricht sich eine Mehrheit dafür aus, Atomkraftwerke länge…  mehr...

Özdemir: Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse abschaffen

Bundesernährungsminister Cem Özdemir rechnet damit, dass Lebensmittel noch teurer werden. Dem Tagesspiegel sagte der Grünen-Politiker, einkommensschwache Haushalte müssten noch mehr entlastet werden. Als Beispiel nannte er die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse. Die Bundesregierung hat für heute zu einer internationalen Ernährungskonferenz eingeladen - auch um über die von Russland blockierten Getreidelieferungen der Ukraine zu beraten.

BW-Finanzminister schlägt "Kriegs-Soli" vor

Der baden-württembergische Finanzminister Danyal Bayaz hält wegen der großen Belastung durch Ukraine-Krieg und Corona-Pandemie Steuererhöhungen für unvermeidbar. Im SWR sagte er: „Warum nicht so etwas wie einen Kriegs-Soli in so einer schwierigen Zeit?“ Die Ampel habe in ihrem Koalitionsvertrag zwar Steuererhöhungen ausgeschlossen. Aber wenn diese Krise mal vorbei sei, müsse die Frage beantwortet werden, wer die Rechnung für die Hilfspakete und das Sondervermögen für die Bundeswehr bezahle. Das gehe nur mit Steuererhöhungen, so der Grünen-Politiker.

Habeck: Energieversorger können Zahlungsprobleme bekommen

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hält die Gefahr für hoch, dass Energieversorger wegen der hohen Gaspreise in Zahlungsschwierigkeit geraten könnten. Eine Weitergabe der Preise an den Kunden sei jedoch auch keine Lösung. Denn dies führe zu sozialen Problemen. Habeck hatte wegen der reduzierten Gaslieferungen aus Russland die zweite Stufe des „Notfallplans Gas“ ausgerufen. Diese Alarmstufe soll dazu führen, den Gasverbrauch zu senken.

Scholz gratuliert Ukraine zum Kandidatenstatus

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat der Ukraine und Moldau dazu gratuliert, dass sie ab sofort EU-Beitrittskandidaten sind. „Auf gute Zusammenarbeit in der europäischen Familie“, schrieb er auf Twitter. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich zuvor in Brüssel einstimmig für den Schritt ausgesprochen.

27 mal Ja! Herzliche Glückwünsche an die #Ukraine und #Moldawien: Der Europäische Rat begrüßt zwei neue Beitrittskandidaten zur EU. Auf gute Zusammenarbeit in der europäischen Familie! #EUCO

Selenskyj bedankt sich bei EU-Staats- und Regierungschefs

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Entscheidung der EU zum Kandidatenstatus der Ukraine begrüßt. Er sprach von einem historischen und einzigartigen Moment in den bilateralen Beziehungen. Selenskyj wurde nach der Entscheidung live zum Gipfel zugeschaltet. Er bedankte sich bei Ratspräsident Charles Michel, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sowie den Staats- und Regierungschefs für die Unterstützung und sagte: „Die Zukunft der Ukraine liegt in der EU.

Ukraine ist EU-Beitrittskandidat

Die Ukraine und die Republik Moldau bekommen den EU-Kandidatenstatus. Das teilte EU-Ratspräsident Charles Michel auf dem EU-Gipfel in Brüssel mit. Er nannte die Entscheidung einen „historischen Moment“. Der Kandidatenstatus ist der erste Schritt in einem langwierigen EU-Beitrittsverfahren. Alle 27 EU-Mitgliedsstaaten stimmten der Entscheidung zu. Sie wollen den beiden Ländern damit auch Mut machen, dass sie ihren Weg zu Freiheit und Demokratie weitergehen.

Verbraucherzentrale: „Wir brauchen ein drittes Entlastungspaket“

Der Verbraucherzentrale Bundesverband sieht wegen der Ausrufung der Alarmstufe im Notfallplan Gas hohe Kosten auf die Haushalte zukommen. „Wir brauchen ein drittes Entlastungspaket, insbesondere der Heizkostenzuschuss muss angehoben werden“, sagte Thomas Engelke, Energieexperte beim Verbraucherzentrale Bundesverband, im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk.

Schon jetzt hätten die Versorger die Tarife für die Verbraucher deutlich erhöht, sagte Engelke. Ein Drei-Personen-Haushalt mit einem durchschnittlichen Erdgasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden müsse für dieses Jahr bereits mit Mehrkosten von 1.000 bis 2.000 Euro rechnen.

Und das kann sich noch deutlich erhöhen“, so Engelke. Der Energieexperte forderte einen weiteren Zuschuss zu den Heizkosten sowie finanzielle Anreize für das Energiesparen: „Was nicht geht ist, dass die Unternehmen Boni bekommen fürs Energiesparen und die Haushalte nicht. Da fordern wir eine Gleichbehandlung.

EU-Gipfel zu Beitrittskandidatur von Ukraine und Moldau hat begonnen

In Brüssel entscheiden die EU-Staats- und Regierungschefs gerade darüber, ob die Ukraine und die Republik Moldau den Status eines Beitrittskandidaten erhalten sollen. Das wäre ein erster, vor allem symbolischer Schritt auf dem voraussichtlich langen Weg in das Staatenbündnis, hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gesagt.

Dies ist heute und wird auch morgen ein ganz wichtiger historischer Europäischer Rat sein. Wir werden erneut Solidarität mit der #Ukraine zeigen, und eine wichtige Entscheidung für die europäische Perspektive der Ukraine treffen. #EUCO https://t.co/XsggChTyuw

Am Mittag war ein Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs mit den Westbalkanländern ohne konkrete Fortschritte zu Ende gegangen. Die Eröffnung von Beitrittsgesprächen mit Nordmazedonien und Albanien ist weiter blockiert.

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SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 26. Juni, 9:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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