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Hans Liedtke
Hans Liedtke (Foto: SWR3)
Christian Kreutzer
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Die USA scheinen nach dem Supreme-Court-Urteil gespalten wie nie. Viele jubeln über die neuen Abtreibungsverbote. Doch diese Stars halten dagegen.

Es war ein Schock für liberal eingestellte Amerikanerinnen und Amerikaner – darunter US-Präsident Joe Biden: Während der deutsche Bundestag das Werbeverbot für Abtreibungen kippte, hat der Supreme Court am Freitag das seit 1973 landesweit geltende Grundsatzurteil aufgehoben. Es hatte mit der Bezeichnung „Roe v. Wade“ Geschichte geschrieben.

Damit ist es nun den einzelnen Bundesstaaten freigestellt, Abtreibungen zu erlauben, sie einzuschränken oder gänzlich zu verbieten. Mindestens acht konservativ regierte Bundesstaaten haben sofort umfassende Abtreibungsverbote verhängt.

Knapp 20 weitere dürften in Kürze folgen. In Staaten wie etwa Missouri oder Oklahoma drohen Ärzten, die Abtreibungen durchführen, nun lange Gefängnisstrafen. Und das, obwohl eine Bevölkerungsmehrheit für das Recht auf Abtreibung ist.

Green-Day-Sänger will Staatsbürgerschaft aufgeben

Bei einem Konzert in England hat Green-Day-Sänger Billie Joe Armstrong angekündigt: „Ich verzichte auf meine Staatsbürgerschaft“. Er überlege nach Großbritannien zu ziehen. Armstrong sagte, es gebe „einfach zu viel Dummheit“.

#GreenDay #RoeVWade #hellamegatour billie joe’s statement on roe vs wade at london hella mega tour last night https://t.co/6cJx4oa6I1

Pink streitet sich mit Fans

Die Sängerin Pink hat auf Twitter viele Posts veröffentlicht, um ihrem Ärger Luft zu machen. Sie schrieb unter anderem, dass – falls Menschen gegen Abtreibungen sind – sollten diese nie wieder ihre Musik hören:

Let’s be clear: if you believe the government belongs in a woman’s uterus, a gay persons business or marriage, or that racism is okay- THEN PLEASE IN THE NAME OF YOUR LORD NEVER FUCKING LISTEN TO MY MUSIC AGAIN. AND ALSO FUCK RIGHT OFF. We good?

And to all of you sad, old white men asking me if I still make music. I realize you’re out of touch- so ask your kids…. Oh wait- you can’t. They hate you.

Diese Bundesstaaten stehen zum Recht auf Abtreibung

Dagegen haben sich die Gouverneure unter anderem von Kalifornien, Oregon, Washington, Massachusetts, New Jersey und New York zu ihrer liberalen Haltung bezüglich Abtreibungen bekannt. Frauen können nun theoretisch in diese Staaten reisen, um eine Abtreibung durchführen zu lassen – vorausgesetzt, sie können es sich leisten.

Auf den Straßen herrschen frenetischer Jubel auf der einen und unbändiger Zorn auf der anderen Seite. Doch nicht nur die Bürger und die einzelnen Bundesstaaten driften auseinander.

Diese Mega-Konzerne wollen Mitarbeiterinnen bei Abtreibungen unterstützen

Jetzt machen auch die großen Konzerne mit: Mehrere große amerikanische Unternehmen bieten ihren Mitarbeiterinnenn an, im Fall eines Schwangerschaftsabbruches mögliche Reisekosten für einen Besuch in einem anderen Bundesstaat zu übernehmen.

Eine Reihe von Konzernen wie etwa Starbucks oder Amazon hatten solche Regelungen angesichts der drohenden Entscheidung des Obersten US-Gerichtshofes bereits zuvor in Aussicht gestellt. Nach der Supreme-Court-Entscheidung kündigten diverse weitere Firmen entsprechende Schritte an. Dazu gehören auch der Unterhaltungsriese Walt Disney, die Bank of America, Uber, H&M, Google und nicht zuletzt der Facebook-Konzern Meta.

Patagonia verspricht Kautionskosten für Demonstranten

Der Outdoor-Spezialist Patagonia sagte am Freitag in einem Beitrag auf dem Online-Portal Linkedin nicht nur Unterstützung bei Reisekosten in andere US-Staaten zu. Das Unternehmen versprach auch, mögliche Kautionskosten zu tragen für Mitarbeiter, „die friedlich für reproduktive Gerechtigkeit“ demonstrierten und festgenommen würden.

Biden stellt Zugang zu Abtreibungspillen sicher

Biden hatte sich bereits am Freitag entsetzt gezeigt und die Entscheidung einen „tragischen Fehler“ genannt. Er kündigte Maßnahmen an, um die Rechte der Frauen zu schützen und zum Beispiel ihre Reisefreiheit zu schützen, wenn sie für eine Abtreibung in einen anderen Bundesstaat reisen müssten.

Biden wies außerdem das Gesundheitsministerium an sicherzustellen, dass der Zugang zu zugelassenen Abtreibungspillen – einschließlich über Telemedizin und des Versands per Post – sichergestellt sei. Insgesamt steht der Präsident der Entscheidung aber relativ machtlos gegenüber.

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