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Dreister geht es kaum: Ein Mann aus Kiel soll seinen Tod in der Ostsee vorgetäuscht haben, um an Geld von Versicherungen zu kommen. Sein Ehering hat ihn jetzt an die Polizei verraten.

Die Geschichte klingt abenteuerlich und wie in einem Krimi: Ein 52-jähriger Mann aus Kiel sollte angeblich im vergangenen Oktober auf der Ostsee tödlich verunglückt sein — aber der Mann lebt.

Wie jetzt bekannt wurde, wurde er Anfang Mai von der Polizei verhaftet. Er hatte sich hinter Kartons auf dem Dachboden seiner Mutter versteckt.

Ehering verrät den mutmaßlichen Versicherungsbetrüger

Die Verhaftung des Mannes ist genauso kurios wie sein Verschwinden: Zwei Stunden lang wurde er von Polizisten in einer alten Stadtvilla gesucht. Dann hat ein Polizist im Licht seiner Taschenlampe ein Aufblitzen gesehen.

Bei genauem Hinsehen war klar: Das ist ein Ehering an einer Hand. Wenige Augenblicke später konnten die Polizisten den Gesuchten festnehmen.

Suche nach angeblich totem Versicherungsbetrüger (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/M. Schäfer/HannoverReporter.de/dpa)
In diesem Haus wurde der Mann verhaftet. Sein Ehering hatte ihn verraten. picture alliance/M. Schäfer/HannoverReporter.de/dpa

Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt wegen versuchten Betrugs

Die Kieler Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt wegen mehrfachen versuchten Betrugs. „Bereits 2018 sind für den Beschuldigten gut ein Dutzend Lebens- und Unfallversicherungen bei verschiedenen Versicherungsgesellschaften abgeschlossen worden“, sagt Oberstaatsanwalt Axel Bieler.

Die Gesamtsumme liege bei mehr als 4,1 Millionen Euro. Sie sollte im Todesfall an Frau und Mutter ausgezahlt werden.

Mann ist angeblich auf der Ostsee tödlich verunglückt

Aber was ist genau passiert? Am 7. Oktober 2019 brach der Mann von Kiel aus mit einem kleinen Motorboot zu recht später Stunde in Richtung Dänemark auf. Drei Tage später meldete seine Frau ihn als vermisst. Eine groß angelegte Suche blieb ohne Erfolg.

Vier Tage später wurde das gekenterte Boot entdeckt. Der Bug ragte noch aus dem Wasser und das Boot war vom Strand aus zu sehen. Offensichtliche Schäden gab es nicht, Schwimmwesten und Schlauchboot fehlten aber.

Vermisstenmeldung wurde spät erstattet

Bei den weiteren Ermittlungen bemerkte die Polizei einige Ungereimtheiten. Ein Gutachter stellte Manipulationen am Boot fest und das Verhalten der Frau des Vermissten war seltsam.

Sie habe angeblich keine Kenntnis von alltäglichen Dingen aus dem Leben ihres Mannes gehabt und „recht spät eine Vermisstenmeldung erstattet“, so eine Ermittlerin. Seit Ende April sitzt die Frau in Untersuchungshaft.

Polizei vermutet gut durchdachten Versicherungsbetrug

Bei der Hausdurchsuchung Anfang Mai hat der Ehering des Mannes die mutmaßlichen Betrüger verraten. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann, seine gleichaltrige Ehefrau und die 86 Jahre alte Mutter des Kielers den Plan gemeinsam ausgeheckt haben. Der Antrag auf Auszahlung des Geldes ist laut Staatsanwaltschaft bereits gestellt worden.

Der 52-Jährige ist für die Staatsanwaltschaft kein Unbekannter: Er wurde in Kiel bereits wegen Kreditbetrugs verurteilt, das Urteil ist aber nicht rechtskräftig. Zu den jetzt erhobenen Vorwürfen schweigt er.

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