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Die obersten britischen Royals sind sauer auf die BBC und drohen sogar mit einem Boykott des Senders. Grund ist eine Doku, die Details über den Streit zwischen den Prinzen William und Harry beinhalten könnte.

Es war ein emotionales Wochenende für die Queen: Vor gut sieben Monaten war ihr Ehemann Prinz Philip gestorben – am Samstag musste Elizabeth II. nun ihren 74. Hochzeitstag ohne ihn verbringen. Erfreulicher war dann der Anlass, zu dem sie ihr Haus am Sonntag trotz gesundheitlicher Probleme verließ: die Doppel-Taufe zweier Urenkel. Am Montagabend sorgte eine Doku des englischen Fernsehsenders BBC dann wieder für Stimmungswechsel.

Wird BBC-Doku The Princes and The Press für Königshaus gefährlich?

Die zweiteilige Dokumentation The Princes and The Press („Die Prinzen und die Presse“) beleuchtet vordergründig den unterschiedlichen Umgang der Queen-Enkel William und Harry mit den Medien. Die Royals befürchten allerdings, dass darin auch pikante Details zum Streit zwischen den beiden Prinzen veröffentlicht werden könnten.

Das betrifft vor allem den zweiten Teil, der erst nächsten Montag (29.11.) ausgestrahlt wird. Angekündigt war zunächst, dass dieser bereits nach der ersten Sendung am Montagabend in der BBC-Mediathek zu finden sei. Darin wird es um die Jahre 2018 bis 2021 gehen – eine turbulente Zeit, in der sich Harry und seine Frau Meghan vom Königshaus losgesagt haben.

Royals dementieren und drohen mit Boykott

Im Buckingham-Palast ist man außer sich, dass die TV-Doku nicht vorab zur Freigabe durch das Königshaus vorgelegt worden war – so wird es normalerweise gehandhabt. Tatsächlich habe laut einer Quelle aus dem Palast niemand dort die Doku vorab gesehen, wie die Daily Mail berichtet.

Die Queen, Prinz Charles und Prinz William hätten sich deshalb zusammengeschlossen und drohten der BBC mit einem „Drei-Haushalt-Boykott“, falls der Sender im Programm fortfahren würde wie geplant. Wenn der Vorwurf darin erhoben würde, dass die Pressesprecher von William und Kate negative Informationen über Harry und Meghan verbreitet haben sollen, habe man gutes Recht zu antworten. Ein Boykott der drei Häuser von zukünftigen BBC-Produktionen, wie Interviews oder Dokumentationen, wäre das Ende einer langen Beziehung zwischen der Königsfamilie und dem Sender.

Eigentlich gibt es die goldene Regel im Königshaus: ‚never complain, never explain‘ – sich über nichts beschweren und nichts erklären“, sagt SWR-London-Korrespondentin Gabi Biesinger. Deshalb sei es ziemlich außergewöhnlich, dass man schon im Vorfeld öffentlich so bestimmt reagiere.

Das Königshaus hat eine Erklärung herausgegeben, dass man enttäuscht sei, dass sich auch die BBC daran beteilige, unbestätigte Gerüchte aufzublasen und als Fakten zu verkaufen. „Ob das Königshaus dann auch juristisch gegen die BBC vorgehen will, das werden wir wohl erst nach der zweiten Folge erfahren“, schätzt Gabi Biesinger.

BBC-Doku: Worum geht es im ersten Teil?

Der erste Teil der Doku beleuchtet die Zeit von 2012 bis zur Hochzeit von Meghan und Harry. Es geht um den Telefon-Abhör-Skandal, als die Telefone von Harry, William und Kate angezapft wurden, und auch darum, wie Harrys Freundinnen von der Presse behandelt wurden, die Privatdetektive auf sie ansetzte. Und dass Harry seit dem Tod seiner Mutter, Prinzessin Diana, so einen Hass auf die Medien hat, dass er ihnen nie unvoreingenommen gegenübertreten kann.

Die vom Königshaus befürchteten pikanten Details deuten sich im ersten Teil schon an: Es werden beispielsweise anonyme Palast-Insider zitiert, die behaupten, Meghan hätte das Personal gemobbt. In der Doku selbst tritt dann auch eine Anwältin von Meghan auf, die das klar dementiert.

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