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Nico Heiliger (Foto: SWR)

Bei jedem dritten Notruf im Südwesten braucht der Rettungsdienst länger als zehn Minuten bis zum Patienten. Mit diesen fünf Tipps kannst du dafür sorgen, dass Hilfe im Notfall schnell ankommt.

Wer die 112 wählt, rechnet mit schneller Hilfe. Bei über 160.000 Notrufen in Baden-Württemberg hat es länger als 10 Minuten gedauert, bis die Rettungsdienste auch wirklich vor Ort waren. Das hat eine exklusive SWR-Analyse im Jahr 2018 ergeben. Das liegt auch an jedem von uns. Was du tun kannst, damit Menschen in einer Notlage schneller Hilfe bekommen, erfährst du hier.

Tipp 1: Wähle den Notruf – aber richtig

Bei Unfällen und medizinischen Notfällen wählst du besser die 112. Wer den Polizeinotruf 110 wählt, muss weitergeleitet werden. Das dauert zu lange. Das Personal der Leitstelle wird drei Fragen stellen:

  • Wo ist der Notfall?
  • Was ist passiert?
  • Wie viele Verletzte gibt es?

Antworte kurz und präzise. Bei aller Aufregung solltest du versuchen, die Ruhe zu bewahren: nachdem die wichtigsten Fragen beantwortet sind, wird dir erklärt was du tun musst, bis die Rettungskräfte vor Ort sind.

Tipp 2: 112 wirklich nur im Notfall

Der Notruf 112 ist immer richtig, wenn ich mich selbst oder andere in einer Notlage sehe. In erster Linie gilt das für dringende Notfälle.

Wer nur erkrankt ist, sollte sich an den Hausarzt wenden. Am Wochenende und in der Nacht gibt es den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Den erreichst du unter der Telefonnummer 116117. Die Nummer gilt in ganz Deutschland.

Polizei, Feuerwehr oder Krankenwagen? In diesen Fällen solltest du den Notruf wählen

Um sich den Notruf 112 besser zu merken, wurde der europaweiter Notruf-Tag auf den 11.2. gelegt. Hier gibt's Tipps, wann der Notruf gewählt werden sollte – und wann nicht.  mehr...

Tipp 3: Mache einen Erste-Hilfe-Kurs

Wie geht eine stabile Seitenlage? Und könnte ich im Ernstfall jemanden wiederbeleben? Kenntnisse für Erste Hilfe können Leben retten – insbesondere auf dem Land, wo der Rettungsdienst häufig längere Anfahrtszeiten hat. Alle ein bis zwei Jahre einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen, senkt die Hemmschwelle, im Ernstfall tatsächlich aktiv zu werden.

Tipp 4: Werde Helfer/Helferin vor Ort

Wer noch einen Schritt weiter gehen will, wird Helfer oder Helferin vor Ort oder so genannter First Responder. Die Leitstelle alarmiert solche registrierten Personen bei unmittelbarer Gefahr über eine App, denn leblose Menschen müssen sofort wiederbelebt werden. Vor allem auf dem Land kann die Nachbarschaft dadurch Leben retten. Sie sind innerhalb von wenigen Minuten vor Ort und können die lebensrettenden Maßnahmen einleiten.

Tipp 5: Für Einsatzfahrzeuge stehen bleiben und eine Rettungsgasse bilden

Der Rettungsdienst ist schneller am Ziel, wenn im Straßenverkehr alle Rücksicht nehmen. In der Stadt sollte man zur Seite fahren und stehen bleiben, wenn ein Rettungswagen mit Blaulicht und Sirene kommt.

So funktioniert die Rettungsgasse!

Auf größeren Straßen muss beim einem Rückstau eine Rettungsgasse gebildet werden, damit die Einsatzkräfte durchkommen. Die Regel: Links fährt nach links, alle anderen fahren nach rechts. Eine zügig gebildete Rettungsgasse kann tatsächlich Leben retten.

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Nico Heiliger (Foto: SWR)

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